Neue Gailbrücke in Waidegg

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Waidegg -

Acht Jahre nach dem Jahrhunderthochwasser steht die neue, stützenfreie Brücke nach zehnmonatiger Bauzeit vor der Fertigstellung.

Das insgesamt etwa 88 Tonnen schwere Brücken-Tragwerk wurde in vier vorgefertigten Stahl-Strukturen zu je 22 Tonnen mit zwei entsprechend synchron positionierten Hydraulik-Mobilkränen punktgenau auf die Widerlager gesetzt

Beim HQ100-Hochwasser im Oktober 2018 kam es auf Grund von Dammüberströmungen und innerer Errosion zu einem Dammbruch, der durch die Waidegger Gailbrücke mitbeeinflusst wurde und katastrophale Auswirkungen insbesondere auf die Ortschaft Rattendorf hatte. Darüber hinaus entsprach die alte Brücke mit fünf Feldern bzw. vier Pfeilern nicht mehr dem Stand der Technik. Die vergleichsweise schmalen Brückenfelder stellten einen wesentlichen Risikofaktor für Verklausungen dar und führten im Zuge des Hochwasserereignisses zu einem verstärkten Uferangriff. Das Schadensrisiko durch Brückenpfeiler im Flussraum wird durch den Neubau der Waidegger Gailbrücke beseitigt. Nach der Fertigstellung geht die neue Brücke in das Eigentum der Marktgemeinde Kirchbach über, welche auch die Erhaltung übernimmt.

Die 24 cm starke Stahlbeton-Fahrbahnplatte wurde vor Ort auf die vorbereitete Brücken- konstruktion gegossen
Montage der Stahlbrückenkonstruktion am 23. April 2026. Freudentag für die Marktgemeinde Kirchbach, aber auch für DI Hannes Poglitsch und Bauleiter DI Adam Kronhofer vom Amt für Wasserwirtschaft

Technische Daten

Stahl-Stabbogenbrücke der Brückenklasse I mit einer statischen Stützweite von 47,75 m. Lichte Breite zwischen den Randleisten: 4,50 m. Stahlbeton-Fahrbahnplatte der Qualität C30/37/B5 mit einer Stärke von 24 cm. Tragfähigkeit: 60 Tonnen.
Gründung: Je Widerlager acht Verdrängungspfähle aus duktilem Gusseisen mit einer Länge von ca. 20 m. Fahrbahnaufbau auf der Fahrbahnplatte, von unten nach oben: 1 cm Abdichtung, 7 cm Tragschicht, 4 cm Deckschicht.

Investition

Die Gesamtinvestition für den Brückenneubau beträgt 1,3 Mio. Euro. Dieses Projekt wird vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Regionen und Wasserwirtschaft (zu 83 %) sowie von den Gailinteressenten (zu 17 %) finanziert (Gailfinanzierungsschlüssel). Die Bauvorbereitung und Bauabwicklung erfolgen durch die Abteilung 3, Unterabteilung Wasserwirtschaft Hermagor. Die offizielle Eröffnung ist für September 2026 geplant.

Offizielle Einweihung/Eröffnung ist am Freitag 18. September 2026. Markus Salcher zeigt sich sehr zufrieden mit der Umsetzung des Gesamt-Projektes und mit der Gesamt-Koordination zwischen Generalunternehmer Seiwald Bau und allen ausführenden Firmen. Bewährt hat sich auch die Behelfsbrücke während der Bauzeit.

Ausführende Firmen

Als Generalunternehmer wurde die Seiwald Bau GmbH aus Kötschach-Mauthen mit der Ausführung des Brückenneubaus beauftragt. Beim Neubau der Brücke Waidegg war das Ingenieurbüro DI Dr. Stranner ZT GmbH für die statisch-konstruktive Tragwerksplanung verantwortlich und übernahm zudem die Erstellung von Gutachten sowie Prüfaufträge, Prüfingenieurtätigkeiten und die örtliche Bauaufsicht. Das Ingenieurbüro Tschernutter aus Villach führte die geotechnischen Erkundungen und Bemessungsgrundlagen zur Brückenfundierung durch.