E-Auto-Boom in Kärnten: Bestand seit 2023 mehr als verdoppelt

Gailtal Journal zu bevorzugte Nachrichtenquelle hinzufügen Aktivieren

Kärnten -

Die Zahl der Elektroautos in Kärnten ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Nach aktuellen Daten der Statistik Austria waren mit 31. August 2026 bereits 16.016 Elektroautos im Bundesland zugelassen, wie die Mobilitätsorganisation VCÖ mitteilt. Ende 2023 waren 7.644 Elektroautos in Kärnten gemeldet, Ende 2019 erst 1.492. Damit hat sich die Zahl seit 2023 mehr als verdoppelt und seit 2019 mehr als verzehnfacht.

Bereits mehr als 16.000 Elektroautos in Kärnten

Weniger Energieverbrauch und eigene Stromerzeugung

Nach Angaben des VCÖ liegt der durchschnittliche Energieverbrauch von Elektroautos im Vergleich zu Pkw mit Verbrennungsmotor um rund zwei Drittel niedriger. Gleichzeitig kann der benötigte Strom in Österreich erzeugt werden, während Erdöl für den Verkehr importiert werden muss. Einen weiteren Vorteil sieht der VCÖ darin, dass Haushalte und Unternehmen mit einer Photovoltaikanlage den Strom für ihre Elektrofahrzeuge teilweise selbst produzieren können. Elektroautos verursachen zudem während der Fahrt keine Abgase und sind im Ortsgebiet leiser als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor.

VCÖ fordert Reform bei Firmenwagen

Angesichts steigender Spritpreise fordert der VCÖ zusätzliche Maßnahmen, um den Energieverbrauch des Verkehrs zu senken und den Anteil von Elektroautos zu erhöhen. Ein wichtiger Ansatzpunkt sei dabei die Firmenwagenbesteuerung. Rund zwei Drittel der Neuwagen werden laut VCÖ auf Unternehmen oder andere juristische Personen zugelassen, bei Diesel-Pkw liegt dieser Anteil sogar bei rund 80 Prozent. „Wenn Firmen stärker auf Elektroautos setzen, dann kommen mehr Elektroautos auf den für private Haushalte relevanten Gebrauchtwagenmarkt“, erklärt VCÖ-Experte Michael Schwendinger. Der VCÖ spricht sich daher dafür aus, die steuerliche Begünstigung von Benzin- und Diesel-Firmenwagen zu beenden.

Österreich liegt bei E-Autos hinter Dänemark

Wie groß der Unterschied zwischen den europäischen Ländern ist, zeigt laut VCÖ der Blick nach Dänemark. Während in Österreich im Jahr 2026 rund 25 Prozent der Neuwagen Elektroautos sind, liegt der Anteil in Dänemark bei etwa 80 Prozent. Der VCÖ führt diesen hohen Anteil unter anderem auf hohe Zulassungssteuern für Verbrenner und steuerliche Vorteile für Elektroautos zurück. Kaufprämien gibt es in Dänemark nicht. Auch auf EU-Ebene fordert der VCÖ weitere Vorgaben und Anreize, damit künftig mehr leichte und sparsame Elektrofahrzeuge angeboten werden. Zu große, schwere und stark motorisierte Modelle sollten dabei vermieden werden, so die Organisation.