FPÖ-Staudacher: Ärztemangel wird für Kärnten zur tickenden Zeitbombe

Gailtal Journal zu bevorzugte Nachrichtenquelle hinzufügen Aktivieren

Kärnten -

“91 Hausärzte fehlen bis 2033 – besonders ländliche Regionen drohen ins Abseits zu geraten!” – so der der Gesundheitssprecher der FPÖ Kärnten, 2. LTPräs. Christoph Staudacher.

FPÖ-Gesundheitssprecher und 2. Landtagspräsident Christoph Staudacher

 „Der Ärztemangel wird zu einem der größten Probleme Kärntens werden. In den Randlagen droht ein Zusammenbruch der medizinischen Grundversorgung.“ Mit deutlichen Worten warnt der Gesundheitssprecher der FPÖ Kärnten, 2. LTPräs. Christoph Staudacher, vor den Folgen der bevorstehenden Pensionierungswelle bei niedergelassenen Ärzten. Die Zahlen, die der Präsident der Kärntner Ärztekammer, Dr. Markus Opriessnig, medial genannt hat, seien alarmierend:

Bis 2033 müssen in Kärnten 91 Hausarztstellen nachbesetzt werden. Gleichzeitig werden in den kommenden Jahren nicht einmal 30 Fachärzte für Allgemeinmedizin ausgebildet.

„Wie will man diese Lücke schließen?“, fragt Staudacher. „SPÖ-Gesundheitsreferentin Beate Prettner hat darauf bisher nach wie vor keine Antwort geliefert.“

Ländliche Regionen besonders gefährdet

Staudacher kritisiert, dass der drohende Engpass von der Landesregierung nicht ausreichend thematisiert werde. „Wir brauchen endlich eine transparente Mangelanalyse und ein konkretes Konzept zum Gegensteuern. Solange die Defizite nicht klar auf dem Tisch liegen, kann man auch keine Lösungen umsetzen.“ Besonders gefährdet seien die ländlichen Regionen. „Wenn in einer kleinen Gemeinde der einzige Hausarzt in Pension geht und kein Nachfolger gefunden wird, ist die Grundversorgung unmittelbar gefährdet. Dörfer ohne Arzt dürfen nicht zur traurigen Zukunft Kärntens werden.“ In den Städten sei die Situation derzeit noch besser. Dort gebe es mit mittlerweile 698 Wahlärzten rund 50 Prozent mehr als Kassenärzte. „Wer es sich leisten kann, kann auf Privatmedizin ausweichen. Wer auf einen Kassenarzt angewiesen ist, muss hingegen immer öfter monatelang auf einen Termin warten. Es darf nicht sein, dass die Qualität der medizinischen Versorgung von der Größe der Brieftasche abhängt“, so Staudacher.

Auch Facharztpraxen betroffen

Die Pensionierungswelle mache auch vor den Facharztpraxen nicht halt. Bis 2033 müsse für 105 von 217 Facharztordinationen ein Nachfolger gefunden werden – damit steht praktisch jede zweite Facharztpraxis vor einem Generationenwechsel.

Gleichzeitig herrsche auch in Kärntens Spitälern ein Ärztemangel. „Niemand weiß, woher der dringend benötigte Nachwuchs kommen soll. Wenn vermehrt Spitalsärzte in die Niederlassung wechseln, verschärft sich der Personalmangel in den Krankenhäusern zusätzlich.“

Staudacher fordert konkrete Maßnahmen

Um gegenzusteuern, fordert der FPÖ-Gesundheitssprecher drei zentrale Schritte:

  1. Basisausbildung innerhalb eines Monats garantieren

„Jeder Medizinabsolvent muss binnen eines Monats einen Platz für die sechsmonatige Basisausbildung bekommen. Es ist absurd, dass junge Ärzte trotz des bestehenden Ärztemangels monatelang warten müssen und dadurch in ihrem beruflichen Werdegang ausgebremst werden.“

  1. Hausarztprämie für junge Ärzte

Eine zusätzliche Hausarztprämie in den Spitälern soll einen finanziellen Anreiz schaffen, die Ausbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin zu beginnen.

  1. Landarztstellen attraktiver machen

ÖGK und Gesundheitsfonds müssten die Arbeits- und Entgeltbedingungen für Landärzte deutlich verbessern. Zusätzlich brauche es Förderungen für ländliche Ordinationen, wie sie bei Primärversorgungszentren in den Städten längst üblich seien.

„Das Geld darf nicht überwiegend in die Städte fließen, während die ländlichen Regionen zunehmend ausgedünnt werden. Wir brauchen endlich Gleichbehandlung und konkrete Maßnahmen für die Landarztversorgung“, fordert Staudacher.

„Wenn wir jetzt nicht handeln, werden wir in einigen Jahren nicht mehr darüber diskutieren, wo man den Arzt seiner Wahl findet, sondern wo überhaupt noch ein Arzt erreichbar ist.“