Die Untergailtaler Mooswiesen
Demnach waren die Untergailtaler Mooswiesen, insbesondere zwischen Vorderberg und Feistritz, mit ihrem „sauren Heu“ seit jeher prädestiniert für gemeinsame Weidegänge, und somit optimale Basis für floriende Pferdezucht, insbesondere für die bekannte und bewährte Noriker-Rasse. Die geografische Besonderheit der Mooswiesen wurde in der Bevölkerung ursprünglich dem Dobratsch-Absturz von 1348 zugeschrieben, was aber wissenschaftlich nicht klar dokumentiert ist.


Der Noriker – ein starkes Stück Geschichte
Der Noriker (auch Pinzgauer genannt) ist eine alte, kräftige und sehr ausdauernde Kaltblutpferd-Rasse aus dem Alpenraum. Der Name leitet sich von der römischen Provinz Noricum ab, die frühere Teile des heutigen Österreichs und Bayerns umfasste. Die Zucht lässt sich Jahrhunderte zurückverfolgen. Früher dienten die Tiere als unverzichtbare Arbeits- und Zugpferde in Teilen des Berglandes sowie bei der Waldarbeit (Holzrücken).

Auf den Spuren der „Windischen Säumer“
Nachdem das Gailtal ja auch Teil des historisch bedeutenden Haupt-Verkehrsweges „Via Iulia Augusta“ zwischen der Adria und Salzburg ist, haben sich aus dem Untergailtaler Bereich die sogenannten „Windischen Säumer“ als geschickte und geschäftstüchtige Händler und Fuhrleute, also Vorfahren unserer heutigen Frächter und Spediteure, erfolgreich entwickelt. Windische Säumer (historische Transporteure aus dem slawisch-/slowenischsprachigen Raum Kärntens) waren bis tief in das 19.Jahrhundert aktiv, verloren aber im Laufe der Zeit, vor allem durch den Ausbau der Bahnstrecke in das Gailtal (1894), endgültig an Bedeutung.
Wertvolle Tugenden bis heute
Geblieben sind den Nachkommen der „Windischen Säumer“ überaus wertvolle Tugenden wie aufgeweckter Hausverstand, Geschäftstüchtigkeit, Zielstrebigkeit, Sprachgewandtheit und Kontaktfreudigkeit.
Pferdezucht hat weiterhin große Bedeutung
Auch wenn die Pferdearbeit in der Landwirtschaft längst weitestgehend durch Maschinen und Geräte abgelöst wurde, so hat die Pferdezucht im Untergailtal nach wie vor große Bedeutung, wie auch die vielen Aktivitäten des Kärntner Landes-Pferdezuchtverbandes sowie die Verwendung der Pferde für Freizeit-, Sport- und Traditionsveranstaltungen (z.B. Kufenstechen) beweisen.
Kärntner Landesversicherung
Vorstandsvorsitzender DI Dr.Jürgen Hartinger skizzierte in seiner Grußbotschaft die starke Verbundenheit der KLV zu traditionellen Werten sowie die praktizierte Regionalverbundenheit der Anstalt, täglich praktiziert in allen Regionen Kärntens durch ein sehr engagiertes Mitarbeiterteam. „Unser Credo sind Verlässlichkeit und transparente Partnerschaft.“ Ebenfalls vor Ort dabei waren Vorstandsdirektor Kurt Tschemernjak sowie Dir.Martin Widemair von KLV-Büro Hermagor.
Pferdezuchtverband
Ing.Marijan Čik, Obmann des Kärntner Landes-Pferdezuchtverbandes, lobte in klaren Worten die große Familie der Kärntner Noriker-Züchter als wertvoll selbstbewusste Menschen mit klaren Zielsetzungen und bedankte sich bei Dozent Wiesflecker für seinen perfekt gestalteten Streifzug durch die lebhafte Geschichte der Pferdezucht im Gailtal.
Kulinarik
Bei feinster regionaler Kulinarik vom Leschkitzhof der Familie Thurner Micheldorf, und passenden Getränken nutzten die Besucher den lauen Spätsommer-Abend noch gerne und ausgiebig für interessante Begegnungen und Gespräche. Mit dabei auch Pferdezüchter-Legende Janko Zwitter (80), Jung-Pferdezüchterin Eva Mörtl aus Feistritz/Gail, Hermagor’s Bürgermeister DI Leopold Astner, Stadtrat Hannes Burgstaller, Statiker DI.Dr.Welf Zimmermann, Bautechniker DI Mathias Gucher, Veterinär Dr.Otto Ebenwaldner, Oberarzt i.R. Klemens Fheodoroff, Alpenvereins-Ehrenobmann Dr.Hermann Verderber, „Rossinger“ Mag.Wilhelm Popatnig, Mag.Christian Essl (Obm.Stv.Gailtalmuseum) u.v.a.
Bildergalerie:






























































