Lehre gegen Fachkräftemangel
Die Lehre ist und bleibt einer der wichtigsten Hebel, um dem Fachkräftemangel langfristig entgegenzuwirken. Für die Arbeiterkammer Kärnten ist klar, dass Ausbildung und Qualifizierung die Basis für die Fachkräfte von morgen bilden und damit die Lehre ein wesentlicher Standortfaktor für die heimische Wirtschaft ist. Nur wenn ausreichend qualifizierte Fachkräfte zur Verfügung stehen, können Unternehmen investieren, wachsen und ihre Wettbewerbsfähigkeit sichern.
Doch die aktuelle AMS-Statistik zeigt:
Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren im August 2026 mit 604 um 10,2 Prozent mehr Lehrlinge auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle, während die offenen Lehrstellen um 3,1 Prozent auf 524 gesunken sind. Goach verweist auf mehrere Gründe, warum Jugendliche und Betriebe nicht so einfach zusammenfinden: „Ein Jugendlicher aus Wolfsberg kann nicht einfach eine Lehre in Spittal beginnen. Fehlende Öffi‑Verbindungen, lange Wege und hohe Kosten machen viele Ausbildungsplätze faktisch unerreichbar.“ Hohe Mieten erschweren den Berufseinstieg zusätzlich, und psychische Belastungen wie Zukunftssorgen oder Überforderung beeinflussen die Entscheidung für eine Lehre und die Stabilität während der Ausbildung.
Gegen die Abwanderung
AK-Wirtschaftsexperte Jürgen Kopeinig verweist dabei auf die besondere wirtschaftspolitische Bedeutung von Investitionen in die berufliche Erstausbildung: „Jeder Euro, der in die Lehre investiert wird, stärkt langfristig den Wirtschaftsstandort Kärnten. Wer heute qualifiziert ausbildet, reduziert morgen den Fachkräftemangel, erhöht die Beschäftigungschancen junger Menschen und fördert die regionale Wertschöpfung in allen Teilen Kärntens.“ Darüber hinaus sieht die Arbeiterkammer Kärnten einen engen Zusammenhang zwischen erfolgreicher Lehrlingsausbildung und der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes.

Eine höhere Fachkräfteverfügbarkeit stärkt die Produktivität der Unternehmen und trägt dazu bei, dass Betriebe Innovationen umsetzen und neue Geschäftsfelder erschließen können. Gleichzeitig wirkt eine starke, attraktive Lehrlingsausbildung dem Abwandern junger Menschen entgegen und das hilft uns in Kärnten dem demographischen Wandel entgegenzusteuern.
Goach fordert Ausbildungsfonds
Um diese Barrieren für Jugendliche abzubauen, fordert die AK Kärnten bessere Öffi‑Anbindungen, leistbare Starterwohnungen, moderne Lehrpläne und eine zeitgemäße Ausbildungsqualität. „Insbesondere und darüber hinaus braucht es eine konsequente Digitalisierung der Ausbildung, damit Lehrlinge jene Kompetenzen erwerben, die in einer zunehmend technologiegetriebenen Wirtschaft gefragt sind – Stichwort Künstliche Intelligenz“, betont Kopeinig. Nur wenn wir die Rahmenbedingungen verbessern, schaffen wir echte Chancen für Jugendliche und sichern die Fachkräfte von morgen. Goach fordert zudem: „Um die Lücke zwischen offenen Lehrstellen und Lehrstellensuchenden zu schließen, braucht es klare Verantwortung. Ein Ausbildungsfonds wäre ein gerechter Schritt: Wer keine Lehrlinge ausbildet, soll jene Betriebe finanziell unterstützen, die diese Aufgabe übernehmen und damit die Fachkräfte von morgen sichern.“









































