Neue Schulung für die Polizei
Das Schulungskonzept besteht aus drei Bausteinen: einem E-Learning des Innenministeriums, einer Präsenzschulung direkt in der Polizeidienststelle sowie einer Praxiseinheit in einem Pflegeheim. Entwickelt wurde das Curriculum von der Ärztin Jasmin Madrutter gemeinsam mit Kollegin Sabine Dietrich. „Demenz ist ein Chamäleon – oft gut versteckt und gleichzeitig sehr vielfältig. Gerade in Krisensituationen braucht es daher Ruhe, Geduld und gute Kommunikation“, erklärt Madrutter. Die Polizistinnen und Polizisten lernen dabei, typische Symptome und Verhaltensweisen zu erkennen und in praktischen Übungen, wie eine achtsame Kommunikation gelingen kann. Die ersten Pilotschulungen hätten gezeigt, wie wertvoll der Austausch zwischen Polizei und Pflege ist.

Pilotphase erfolgreich abgeschlossen
In Villach und Velden wurden heuer bereits rund 40 Polizeibedienstete geschult. Die Erfahrungen aus der Pilotphase fließen nun in den weiteren Ausbau ein. „Für die Polizei gibt es im Zusammenhang mit Demenz viele Schnittstellen – bei einer Suche nach abgängigen Personen koordinieren wir etwa auch verschiedene Einsatzorganisationen“, erklärt Oberst Wolfgang Gabrutsch von der Landespolizeidirektion Kärnten. Wichtig sei, dass Einsatzkräfte erkennen, wann hinter auffälligem Verhalten möglicherweise eine Demenzerkrankung steckt. Im Umgang gebe es zwar keine Patentlösung, aber verschiedene Werkzeuge, die im Einsatz helfen können. In diesem und im kommenden Jahr sollen neun weitere Polizeidienststellen mit rund 160 Teilnehmenden folgen – jeweils eine pro Bezirk.

Ziel: Mehr Sicherheit im Einsatz
„Wir wollen ein demenzkompetentes Einsatzumfeld in ganz Kärnten schaffen“, betont Pflege-Landesrätin Beate Prettner. Davon sollen Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen ebenso profitieren wie Pflegepersonal und Polizeibedienstete. Mehr Wissen und Sicherheit im Umgang mit Betroffenen könnten laut Prettner auch dazu beitragen, unnötige Eskalationen und Krankenhausaufenthalte zu vermeiden. Die Polizeischulung ist dabei Teil eines größeren Maßnahmenpaketes des Landes. Derzeit sind zwölf Kärntner Gemeinden als „Demenz.Aktivgemeinden“ zertifiziert – damit verfügt Kärnten über die höchste Zahl zertifizierter Gemeinden in Österreich. Auch die Unterabteilung Pflegewesen des Landes Kärnten hat den Qualifizierungsprozess abgeschlossen.

Demenzkompetenz soll weiter wachsen
Neben den Schulungen für die Polizei gibt es in Kärnten auch Angebote für pflegende und betreuende Angehörige, Ehrenamtliche, Vereine, Betriebe und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes. Die Pflegenahversorgerinnen bieten Sprechstunden zum Thema Demenz an, zudem gibt es Kulturbegleitungen für Menschen mit demenzieller Entwicklung. Diese Angebote sollen künftig auf weitere Bereiche des öffentlichen Lebens ausgeweitet werden. Rund um den Welt-Alzheimertag am 21. September finden in Kärnten außerdem zahlreiche Vorträge, Schulungen und Informationstage statt. Als sichtbares Zeichen werden öffentliche Gebäude rund um den Aktionstag in Lila beleuchtet.








































