
Als sportlicher Gymnasiast in den 1960er-Jahren fuhr der junge Oberösterreicher Hans Hecht täglich mit dem Fahrrad zum Bahnhof Eferding, um von dort mit dem Zug nach Linz zu kommen. Nach der Matura im Jahre 1972 absolvierte er, weil technisch sehr interessiert, ein Maschinenbau-Studium in Wien und machte vier Jahre lang als Patent-Ingenieur bei der VÖEST die ersten erfolgreichen Karriere-Schritte.
Kurswechsel
Doch bald kam alles anders. Angesprochen auf das WARUM, erklärt Hecht: „Gott hat zu mir gesprochen. Damals hatten wir – gemeinsam mit meiner Frau Elke und dem ersten Kind – eine bescheidene Wohnung in Linz. Wir fanden ein Inserat, das am Stadtrand von Linz ein Haus mit Garten zu mieten wäre. Zu dieser Zeit las ich in der Bibel gerade den Propheten Haggai. Er macht dem Volk einen Vorwurf: Ihr wollt eure Häuser verschönern; aber ihr kümmert euch nicht darum, dass das Haus Gottes, der Tempel, baufällig ist. Geht und holt Holz und Steine und baut am Haus Gottes, und Gott wird Segen geben! Das hat mich betroffen. Ich wollte unsere Wohnsituation verbessern. Gleichzeitig war mir sehr bewusst, dass es an Menschen fehlt, die bereit sind, in der Kirche mitzuarbeiten. Und den Segen Gottes wollte ich auch haben. „Geht und holt Holz und Steine“ habe ich so verstanden: „Geh zu Studium der Theologie als Voraussetzung, um am Haus Gottes mitbauen zu können.“ Daher kündigte ich meinen Arbeitsplatz und zog mit Frau und unserem ersten Kind nach Oberursel bei Frankfurt, wo ich an einer kleinen Hochschule das Theologiestudium begann. Wir übersiedelten dann – inzwischen hatten wir zwei Kinder – nach Wien, wo unser drittes Kind geboren wurde, ich mein Studium abschloss und das erste Vikariats-Jahr absolvierte. 1986 kam ich für das zweite Vikariats-Jahr nach Lienz, wo ich mich im darauffolgenden Jahr um die Pfarrstelle bewarb.
Ich wurde gewählt – einen anderen Bewerber gab es ohnehin nicht. In Lienz kamen das vierte und fünfte Kind zur Welt. Dort war ich bis zu meiner Pensionierung im Jahr 2019 für 33 Jahre Pfarrer in der Martin Luther-Kirche am südlichen Stadtrand von Lienz. Im dortigen Pfarrhaus sind auch unsere inzwischen erwachsenen fünf Kinder aufgewachsen.“

Vielseitig aktiv
Pfarrer DI Mag. Hans Hecht ist ein engagierter und zielstrebiger Mann, der in allen Lebenslagen stets mehr als nur das unbedingt Notwendige umsetzte. So auch in seinem offiziellen „Ruhestand“. Durch seine vielen sportlichen Aktivitäten verkörpert er auch exzellent die lateinische Redewendung vom gesunden Geist im gesunden Körper „mens sana in corpore sano“. Das hat sich beispielsweise im Herbst 2025 gezeigt, als er kurzentschlossen und ohne „Wenn und Aber“ die Betreuung der Evangelischen Pfarre Treßdorf im Gailtal, einschließlich Jenig und Kötschach-Mauthen, übernahm. Unisono sind ihm die Kuratoren Karl Wassertheurer aus Hermagor, Horst Hochenwarter aus Treßdorf und Herbert Neuwirth aus Rattendorf überaus dankbar dafür: „Wir alle können Hans Hecht und seiner Frau Elke, die ausgezeichnet Orgel spielt, nur Danke sagen für alles, was er in seinem eigentlichen Ruhestand noch einbringt! Hans ist einfach immer da, wenn man ihn braucht.“ Auch Superintendentin Mag.a Andrea Mattioli schließt sich lobend an: „Trotz seines Ruhestands ist Pfarrer Hans Hecht noch immer aktiv und versieht nun die Pfarrgemeinde Treßdorf, wo er alle seine Gaben segensvoll einsetzt. Sei es mit seiner Stimme und seinem Wort und Gedanken, seiner Posaune, sei es mit seiner handwerklichen Begabung oder seiner sportlichen Ausdauer, er behält seinen tiefen Glauben nicht für sich und seine Familie, sondern beschenkt uns mit Zeit, Wort und Musik. Dafür ein herzlicher Dank und Vergelts Gott!











































