Sturm musste bereits mit 17 Jahren die elterliche Land- und Forstwirtschaft pachten, nachdem sein Vater durch einen Arbeitsunfall berufsunfähig geworden war. Seine Mutter starb, als er erst eineinhalb Jahre alt war. Aufgezogen wurde er von seiner Stiefmutter und seinen älteren Geschwistern. „Man wächst hinein, wenn man muss – und ich musste früh Verantwortung übernehmen“, sagt er rückblickend. Mit 19 Jahren übernahm er den elterlichen Betrieb „Bachler“ im Gurktal, führte die Milch- und Forstwirtschaft weiter und bildete sich laufend fort – vom Melkkurs über Forst- und Besamungskurse bis hin zur Jagdprüfung, die er 2017 gemeinsam mit Sohn Gernot in Lienz ablegte. 1993 zog die Familie mit den drei Söhnen Gernot, Klaus und Herbert sowie mit Herberts Vater und seiner Stiefmutter ins Gailtal und erwarb den „Stefanhof“ in Nölbling, da der abgelegene Hof im Gurktal keine Zukunftsaussichten mehr bot. In den folgenden Jahren wurde der Betrieb erweitert, modernisiert und neu ausgerichtet. Heute führt Sohn Gernot den Hof, während Schwiegertochter Johanna die fünf Ferienwohnungen managt. Herbert und Rosi helfen nach wie vor gerne mit. Große Freude bereiten ihnen ihre sechs Enkelkinder. Besonders dankbar ist er für den familiären Zusammenhalt und das Verständnis, das seine Familie über all die Jahre für seine zahlreichen öffentlichen Verpflichtungen aufgebracht hat.

Ein Leben voller Engagement und Verantwortung
Schon früh engagierte sich Sturm im gesellschaftlichen Leben. Von 1977 bis 1993 war er Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Hausdorf im Gurktal. Nach seiner Übersiedlung ins Gailtal war er bei der FF Nölbling bis zu seinem Arbeitsunfall 1997 aktiv. Auch dem Chorgesang war er verbunden: Sieben Jahre lang sang er beim MGV Straßburg und kurze Zeit beim MGV Dellach/Gail. Über Jahrzehnte übernahm Sturm zudem zahlreiche öffentliche Funktionen und zeichnete sich dabei durch großes Pflichtbewusstsein aus. „Wenn man ein Amt übernimmt, dann macht man es ordentlich – halbherzig war nie mein Zugang“, betont er. Im Maschinenring Karnische Region (später MR Oberkärnten) war er von 1997 bis 2015 im Aufsichtsrat tätig. Er leitete die Wassergenossenschaft Nölbling, war Obmann der Agrargemeinschaft Nölbling (Ochsenalpe) und gehörte von 2009 bis 2015 dem Gemeinderat Dellach an. Von 2014 bis 2026 war er Mitglied des Aufsichtsrats der Raiffeisenbank Kötschach Mauthen (heute RB Karnische Region). Im Raiffeisen Lagerhaus Gailtal engagiert er sich seit 1997 als Funktionär und steht diesem seit 2019 als Obmann vor – eine verantwortungsvolle Aufgabe, bei der er in den vergangenen Jahren zahlreiche Projekte erfolgreich umsetzen konnte.

Stolz auf sein Lebenswerk
Er beschreibt sich als pflichtbewussten und hilfsbereiten Menschen. Besonders wichtig ist ihm der genossenschaftliche Gedanke: gemeinsam mehr erreichen, füreinander einstehen und Verantwortung teilen. „Alleine schafft man wenig – gemeinsam schafft man viel. Davon war ich immer überzeugt“, fasst er seine Lebensphilosophie zusammen. Sein Weg war nicht immer einfach – frühe Verpflichtungen, harte Arbeit und ein Leben zwischen zwei Tälern haben ihn geprägt. Heute blickt er mit Dankbarkeit und Stolz auf das Erreichte, seine Familie und ein Lebenswerk zurück, das selbst in stürmischen Zeiten Bestand hatte.









































