Geerdet bleiben, positiv denken, ehrliches Menschsein – das ist es, was uns alle ausmachen sollte. Gerade im unendlichen KI-Universum und im düsteren Dickicht des Social-Media-Unterholzes wird es täglich wichtiger, emotionale menschliche Tiefe zuzulassen und sich selbst mit all seinen Ecken und Kanten anzunehmen. All das trifft seit seiner Pensionierung im Herbst 2025 auf den bekannten Pädagogen Werner Wölbitsch voll zu.
Lebenslauf
Der gebürtige Grafensteiner (66) ist am Rutarhof – dem Wohnsitz des Malers Werner Berg – aufgewachsen. Naheliegend, dass er dort bereits als Kind ein nachhaltig positives Verhältnis zu Kunst und Kultur mitbekommen hat. Er maturierte am BRG Völkermarkt, riss mit jugendlichen 18 Jahren von zu Hause aus und wollte in Salzburg ins Priesterseminar eintreten. Doch nach drei Tagen entschied er sich anders und begann eine Religionslehrerausbildung, kombiniert mit Sport an der Karl-Franzens-Universität in Graz. Sein Studium verdiente sich Wölbitsch als LKW-Fahrer. Freude bereitete ihm die Arbeit als Jugendbetreuer auf Schloss Grades, er war Animateur in Lignano und in Westafrika. Jahrelang war er neben seiner Lehrtätigkeit als Sportcampleiter tätig. 1982 begann er in Wolfsberg an der HAK und der HLW Religion zu unterrichten, wechselte zum Musikgymnasium nach Viktring und lehrte zusätzlich einige Jahre Fachdidaktik an der Religionspädagogischen Akademie in Klagenfurt. Nach seiner Heirat übersiedelte er 1988 nach Mauthen und erteilte in Hermagor Religionsunterricht. Nach seiner Scheidung durfte er zufolge Entzugs der „Missio Canonica“ nicht mehr katholische Religion unterrichten, so arbeitete er als Tischler und absolvierte gleichzeitig eine Ausbildung im IT-Bereich. 1999 gründete er sein Immobilien-Marketing-Unternehmen. Medial arbeitete er für regionale Magazine; Konzepte für Events in der Region folgten.

Da am BORG und an der HLW in Hermagor Informatiklehrer gesucht wurden, trat er wieder in den Schuldienst ein. Von 2022 bis 2025 leitete er zudem die Lehrlingsakademie Karnische Region in pädagogischer Verantwortung und begleitete zahlreiche Lehrlinge auf ihrem Ausbildungsweg. 2021 wurde ihm die provisorische Leitung der HLW anvertraut. 2023 folgte der Auftrag zur Bundesschulclusterbildung, also zum Zusammenschluss von BORG, BRG und HLW, den er bis zu seiner Pensionierung im Herbst 2025 erfolgreich begleitete. Mit seiner zweiten Frau Theresia, seinen Kindern Elisa, Anna, David, Marie und seinem Enkelkind Charlotte wohnt er in Untervellach.

Neo-Pensionist
In der Pension machte er noch den Busführerschein, fährt aushilfsweise für regionale Busunternehmer, leistet Essenszustelldienst beim Roten Kreuz und bringt sich im Kiwanis-Serviceclub ab September als KIWANIS-Präsident ein. Darüber hinaus übernahm Werner Wölbitsch erst kürzlich wieder die Theatergruppe Joker als alter/neuer Obmann. Bereits 2004 stand er bei der Uraufführung von „Paolo Santonino“ am Wieserberg selbst auf der Bühne. Im Herbst 2025 spielte er bei den Sommerspielen Landskron mit, genauso wie im Sommer 2026 in St. Daniel beim Theaterfestival im Stück „Radetzkymarsch“. Aktuell führt Werner neuerlich Regie beim Stück „Paolo Santonino“, welches am 7. und 8. August in Möderndorf sowie am 13. und 14. August in der Spitalskirche in Lienz anlässlich des 90. Geburtstages von Autor Engelbert Obernosterer wieder aufgeführt wird. Sein Motto: „Geht nicht, gibt’s nicht.“








































