VCÖ fordert kindgerechtes Verkehrssystem
Der VCÖ betont, dass Kinder im Straßenverkehr besonders gefährdet sind und das Verkehrssystem stärker auf ihre Bedürfnisse ausgerichtet werden müsse. VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk fordert insbesondere in Gemeinden und Städten verstärkte Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung. Dazu zählen vor allem mehr Tempo-30-Zonen statt Tempo 50, da niedrigere Geschwindigkeiten im Ernstfall entscheidend für die Unfallfolgen sind. Zur Verdeutlichung verweist der VCÖ auf den Anhalteweg: Ein Pkw kommt bei 30 km/h nach rund elf Metern zum Stillstand, bei 50 km/h erst nach etwa 24 Metern; nach elf Metern fährt das Fahrzeug dabei noch mit rund 48 km/h weiter, was bei einem Aufprall auf Kinder schwerste Verletzungen verursachen kann.
Mehr sichere Infrastruktur im Ortsgebiet
Neben niedrigeren Geschwindigkeiten sieht der VCÖ auch den Ausbau sicherer Infrastruktur als zentral an. Dazu zählen durchgängige und ausreichend breite Gehsteige sowie übersichtliche und gut einsehbare Straßenübergänge. Zusätzlich fordert der VCÖ eine Ausweitung des Halte- und Parkverbots vor Schutzwegen von fünf auf zehn Meter, da insbesondere größere Fahrzeuge wie Lieferwagen oder SUVs zunehmend die Sicht auf Kinder beim Überqueren der Straße behindern können. Auch im Bereich des öffentlichen Verkehrs sieht die Organisation Verbesserungsbedarf, da nicht alle Bushaltestellen sicher erreichbar sind, insbesondere entlang stark befahrener Freilandstraßen mit hohem Tempolimit.
Besondere Schutzregeln für Kinder und Radverkehr
Der VCÖ erinnert zudem an spezielle Regelungen der Straßenverkehrsordnung zum Schutz von Kindern. Diese sind vom Vertrauensgrundsatz ausgenommen, wodurch Fahrzeuglenker verpflichtet sind, ihre Geschwindigkeit so anzupassen, dass jederzeit eine Gefährdung ausgeschlossen ist. Zusätzlich gilt der sogenannte „unsichtbare Schutzweg“: Wenn erkennbar ist, dass ein Kind die Straße überqueren möchte, muss dies auch abseits eines markierten Schutzwegs ermöglicht werden. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Sicherheit radfahrender Kinder. Der VCÖ betont, dass Radfahren eine wichtige Bewegungsform für Kinder ist, jedoch sichere Radwege und ein niedriges Tempo im Ortsgebiet voraussetzt. Daher fordert der VCÖ den Ausbau der Radinfrastruktur sowie mehr Verkehrsberuhigung, um die Sicherheit im Alltag zu erhöhen.









































