Die Gelse mag es nicht zu heiß
Das Gelsenmonitoring zeigt, dass rund 90 Prozent der in Österreich vorkommenden Steckmücken der Hausgelse zuzuordnen sind. Ihr Bestand geht laut Experten jedoch seit 2020 deutlich zurück. Verantwortlich dafür sind nicht nur heiße und trockene Sommer, sondern auch die zunehmenden Temperaturschwankungen im Winter und Frühjahr. Die wechselhaften Bedingungen erschweren die Entwicklung der Tiere: Werden die Gelsen durch frühe Wärmeperioden aktiv, können spätere Kälteeinbrüche die Brut dezimieren. Dadurch gerät der natürliche Rhythmus der Gelsen zunehmend aus dem Gleichgewicht, erklärt der Biologe und Insektenforscher Christian Wieser gegenüber dem ORF.
Tropische Gäste fühlen sich wohl
Nicht alle Insektenarten leiden unter den steigenden Temperaturen. Durch die wärmeren Bedingungen breiten sich vor allem eingeschleppte Arten wie die asiatische Buschmücke und die Tigermücke zunehmend aus. Diese können laut Experten auch Krankheitserreger übertragen. Besonders die Tigermücke profitiert von heißen Temperaturen, da sie ursprünglich aus tropischen Regionen stammt. Auch Bremsen fühlen sich bei Wärme besonders wohl – je höher die Temperaturen, desto aktiver und aggressiver sind sie tagsüber. Der Rückgang der Gelsen mag für viele Menschen erfreulich sein, dennoch spielen die Insekten in der Natur eine wichtige Rolle. Welche Folgen das geringere Vorkommen für andere Arten und das gesamte Ökosystem haben könnte, ist laut Christian Wieser derzeit noch nicht absehbar.









































