Rätsel um tote Gänsegeier im Lesachtal

Lesachtal -
Im Bereich St. Lorenzen im Lesachtal sorgt derzeit ein ungewöhnlicher Fund für Rätselraten: Sechs tote Gänsegeier wurden entdeckt. Eine Obduktion der Kadaver ergab, dass die Tiere zuvor in gutem Gesundheitszustand waren. Fachleute gehen daher von einer möglichen Vergiftung als Todesursache aus. Offen bleibt dabei die entscheidende Frage, ob diese absichtlich herbeigeführt wurde oder nicht.

Die im Raum St. Lorenzen gefundenen Gänsegeier geben Experten weiterhin Rätsel auf

Wie aus dem „Wildtier-Kriminalitätsbericht“ von BirdLife und dem WWF hervorgeht, wurden in Österreich in den vergangenen Jahren rund 300 geschützte Raubvögel illegal getötet. In Kärnten gab es dabei nur wenige Meldungen. Erst kürzlich wurden jedoch im Lesachtal sechs tote Gänsegeier aufgefunden.

Fundmuster spricht für lokalen Ursprung

Für Johannes Hohenegger von BirdLife Österreich ist der Fund in dieser Form außergewöhnlich und bislang einzigartig. Ein natürlicher Tod sei aufgrund des guten Gesundheitszustandes der Tiere sehr unwahrscheinlich, vielmehr werde von einer Vergiftung ausgegangen. Auch dass die Tiere das Gift außerhalb des Fundgebietes aufgenommen haben, hält der Experte für wenig wahrscheinlich. Die räumliche Verteilung der Kadaver spreche vielmehr für einen lokalen Ursprung: Rund um St. Lorenzen wurden mehrere Tiere konzentriert aufgefunden, während einzelne Funde etwas weiter entfernt lagen. Insgesamt deute das Muster darauf hin, dass der Auslöser der Vergiftung in diesem Gebiet zu suchen sei.

Laboranalyse soll Rätsel lösen

Eine toxikologische Untersuchung wurde mittlerweile veranlasst, um die genaue Todesursache der sechs Gänsegeier zu klären. Wie berichtet wurde, ergaben erste Analysen an der Veterinärmedizinischen Universität noch kein eindeutiges Ergebnis. Aus diesem Grund wurden Proben an ein spezialisiertes Labor nach München übermittelt. Dort erhofft man sich innerhalb der kommenden Woche klare Erkenntnisse über die Ursache des Geiersterbens.