Urteil nach Terroranschlag in Villach rechtskräftig

Klagenfurt -

Mehr als ein Jahr nach dem Terroranschlag in der Villacher Innenstadt ist am vergangenen Mittwoch am Landesgericht Klagenfurt ein 24-jähriger Syrer zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Schwurgericht sprach ihn einstimmig des Mordes, des fünffachen Mordversuchs sowie terroristischer Straftaten schuldig. Das Urteil gegen den Attentäter ist nun rechtskräftig.

Das Urteil nach dem Terroranschlag im Februar des vergangenen Jahres ist nun rechtskräftig
Der 24-Jährige hatte nach dem Urteil auf Rechtsmittel verzichtet, wie Behördensprecher Markus Kitz informierte. In der Folge musste die Staatsanwaltschaft beim Justizministerium sowie beim Oberlandesgericht die Genehmigung einholen, dass keine Rechtsmittel erhoben werden. Die entsprechende Frist lief in der Nacht auf Dienstag aus. Auch seitens der Staatsanwaltschaft wurde keine Nichtigkeitsbeschwerde eingebracht.

Höchststrafe nach erschütternden Details zur Tat

Die Geschworenen folgten der Forderung der Staatsanwältin nach der Höchststrafe, insbesondere angesichts der erschwerenden Umstände: jugendliche Opfer, eine grausame Tatbegehung sowie religiöser Extremismus als Hintergrund. Gegenüber der Polizei gab der Mann zudem an, weitere Menschen töten gewollt zu haben – insgesamt etwa zehn Personen. Er habe bereits konkrete Anschlagspläne gewälzt, sei jedoch am fehlenden Zugang zu Waffen gescheitert, so seine Aussage.

Entscheidung über Haftanstalt steht noch aus

Mit dem nun rechtskräftigen Urteil beginnt eine sechswöchige Frist für die Klassifizierung des Häftlings zu laufen. Innerhalb dieses Zeitraums muss das Justizministerium entscheiden, in welcher Justizanstalt der Syrer seine Strafe verbüßen wird. Fest steht jedoch, dass keine Einweisung in ein forensisch-therapeutisches Zentrum vorgesehen ist. Laut Gerichtsgutachter sei der 24-Jährige „psychisch völlig unauffällig“. Die Entscheidung des Justizministeriums muss spätestens bis zum 13. Juli getroffen werden, kann jedoch auch früher erfolgen.