Ein Brunnen als Zeichen der Erinnerung
Bürgermeister DI Leopold Astner wies in seiner Begrüßung auf die wertvolle Tatsache hin, dass die Entstehung des bereits im Juni 2018 enthüllten „Bachmann-Brunnens“ darin begründet liegt, dass sich die elterlichen Wurzeln von Ingeborg Bachmann (1926–1973), einer der bedeutendsten deutschsprachigen Lyrikerinnen und Prosaschriftstellerinnen des 20. Jahrhunderts, in Obervellach bei Hermagor finden. „Dem anwesenden heimischen Bildhauer Herbert Unterberger ist mit diesem Erinnerungsbrunnen ein wahres Meisterwerk gelungen, das laufend von zahlreichen Besuchern gerne bestaunt wird.“


Botschaften
Die Gailtaler Schriftstellerin Claudia Rosenwirth-Fendre, u. a. auch Kuratorin der Jahresausstellung 2026 im Evangelischen Forum Fresach, appellierte in ihrer Festrede speziell an die Schülerinnen des Bundesschulzentrums Hermagor, sich das dokumentierte Schicksal von Ingeborg Bachmann in ihrer Maturazeit, das heißt unmittelbar nach Kriegsende 1945, vor Augen zu führen. „Ingeborg Bachmann war damals eine intelligente, aber doch mutig aufbegehrende junge Frau, der die unmittelbaren Folgen und Verwirrungen des soeben erst erfolgten Kriegsendes nicht verborgen blieben. Es war ein Frieden, von dem man nicht viel merkte. Vor diesem Hintergrund formten sich Ingeborgs Zukunftsvisionen und doch auch ihre Kraft zum Widerstand.“

Überaus gekonnt rezitierte anschließend Schriftstellerkollegin Brigitta Huemer das Gedicht „Böhmen liegt am Meer“.

Eine zum Nachdenken anregende literarische Zitatencollage präsentierten abschließend insgesamt elf Schülerinnen und Schüler der HLW des BSC Hermagor unter der Leitung von Mag.a Doris Lasser.

Die musikalische Umrahmung gestaltete Silke Neuwirth mit ihrer Formation „Silksonic“.

Bildhauer Herbert Unterberger erklärt sein Werk: „Wer aus dem Brunnen mit Wasser aus dem Spitzegelmassiv trinkt, verbeugt sich automatisch vor Ingeborg Bachmann. Es war für mich eine große Ehre und Freude, den Gedenkstein aus Krastaler Marmor für Ingeborg Bachmann zu gestalten. Die Inschrift ‚Wohin aber gehen wir‘ ist auf verschiedenste Weise mit Ingeborg Bachmann zu verbinden.“

Mit dabei auch
Vizebürgermeisterin Irmi Hartlieb, Rudi Lasser als Moderator, Künstlerin Inge Lasser als Sprecherin des Vereines „Wir für Obervellach“, die beiden Hermagorer Ehrenbürger Literat Engelbert Obernosterer (90) und Bildhauer Herbert Unterberger (82), Literatin Irmgard Janschitz, Architekt DI Dr. Herwig Ronacher, WK-Obmann Hannes Stattmann, VIA-Intendantin Helga Pöcheim, Pfarrerin Mag. Veronika Ambrosch, ÖAV-Urgestein Dr. Hermann Verderber u. v. a. .






























































