Mehr Service, mehr Zeit und weniger Routine: Sprachbot für Verkehrsstrafen präsentiert

Hermagor -

Die Landesverwaltung hat am Donnerstag, dem 06. August 2026 einen weiteren Schritt zur Digitalisierung gesetzt: In der Bezirkshauptmannschaft Hermagor hat Landeshauptmann und Referent für Digitalisierung Daniel Fellner gemeinsam mit Bezirkshauptmann Heinz Pansi, Christian Inzko, Leiter der IT-Abteilung des Landes Kärntens sowie Patrik Zenaty, Leiter Strafabteilung den neuen Sprachbot für Verkehrsstrafen offiziell vorgestellt. Dieser Sprachbot steht Bürgerinnen und Bürgern rund um die Uhr als digitale Sprach-Assistenz zur Verfügung.

LH Fellner: BH Hermagor und Kärnten hat Vorreiterrolle bei moderner Verwaltung

„Unser Ziel ist eine Verwaltung, die nicht nur effizient, sondern auch menschlich und nahbar bleibt. Der Sprachbot ist ein Werkzeug, das den Alltag der Menschen erleichtert und gleichzeitig unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an der BH Hermagor entlastet“, betonte Landeshauptmann Fellner.

Digitaler Helfer

„Mit den Bezirkshauptmannschaften haben die Bürgerinnen und Bürger den intensivsten Kontakt, daher ist es uns sehr wichtig, moderne Amtswege zu schaffen, ganz nach dem Motto „Nicht weniger Mensch, sondern mehr Zeit“. Auch die Erwartungen der Bürgerinnen und Bürger haben sich verändert, dem wollten wir gerecht werden mit der Nutzung von modernen Softwarelösungen“, so Fellner. Der Sprachbot erteilt automatisiert Auskünfte zu Anfragen zu Verkehrsstrafen, oder klärt bei Fragestellung auf, wie „Was passiert, wenn ich nicht bezahle?“ Der digitale und KI- gestützte Helfer versteht natürliche Sprache und Dialekte, ist mehrsprachig und leitet bei komplexeren Anliegen direkt an die zuständige Stelle weiter.

Landeshauptmann Daniel Fellner mit Bezirkshauptmann Heinz Pansi (c) Hans Jost

Entscheidungen bleiben Handarbeit

Besonders wichtig war LH Fellner zu betonen, dass der Sprachbot keine Entscheidungen trifft, sondern vielmehr unterstützt: „Sobald eine komplexe, individuelle, rechtliche Beurteilung erforderlich ist, übernehmen selbstverständlich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. KI übernimmt ausschließlich routinierte Arbeiten, die eigentliche Verantwortung bleibt immer beim Menschen.“

Weiterentwicklung der Verwaltung

Bezirkshauptmann Heinz Pansi gab Einblicke in bereits umgesetzte Innovationen im Bereich der Verkehrsstrafen an der BH Hermagor und stellte den Sprachbot im bisherigen Testlauf vor. Dabei betonte er, dass zahlreiche Entwicklungen der vergangenen Jahre bereits von anderen Bundesländern übernommen wurden. Zu den umgesetzten Maßnahmen zählen unter anderem dynamische QR-Codes bei VSTV-Formularen, die mehrsprachige Online-Beantwortung von Lenkererhebungen sowie die nun vorgestellte Nutzung des Sprachbots für das Servicecenter für Anonymverfügungen, über das jährlich rund 17 Millionen Euro erwirtschaftet werden. Der Testbetrieb habe gezeigt, dass auch der Hersteller von den praktischen Erfahrungen der BH Hermagor profitiere. Laut Pansi müsse die Künstliche Intelligenz jedoch laufend weiterentwickelt und trainiert werden. 

Auch der ORF war bei der Präsentation vor Ort (c) Hans Jost

Technische Umsetzung 

Die technische Umsetzung des Sprachbots erläuterte Christian Inzko, Leiter der IT-Abteilung des Landes. Dabei präsentierte er auch eine Demoversion eines tatsächlich geführten Gesprächs mit dem Chatbot. Inzko zeigte sich erfreut über die Unterstützung seitens der Politik sowie über den Innovationsgeist innerhalb der BH Hermagor. Nach mehr als einem Jahr Entwicklungsarbeit sei er stolz darauf, nun ein funktionierendes System vorstellen zu können. Laut Inzko arbeiten im eingesetzten System drei unterschiedliche Agenten zusammen: Einer erfasst den eigentlichen Sinn der Anfrage, ein weiterer konzentriert sich auf die Verarbeitung von Sprachpausen und ein dritter ist für die unterschiedlichen Sprachen und Dialekte zuständig.

Christian Inzko präsentierte die technische Funktionsweise des KI-gestützten Sprachbots und gab Einblicke in dessen Entwicklung (c) Hans Jost

Sprachbot im Praxistest

Seit dem Start am 1. Mai 2026 durchlief der Sprachbot eine intensive Testphase. Dabei wurden bereits über 1.850 Anrufe mit einer durchschnittlichen Gesprächsdauer von rund zwei Minuten geführt. Für Inzko liegen die Vorteile des Systems auf der Hand: „Mit dem Sprachbot schaffen wir mehr Zeit und weniger Routinearbeiten für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie mehr Service für die Bürgerinnen und Bürger.“ Besonderes Augenmerk wurde zudem auf Datenschutz und Datensicherheit gelegt. Alle Anfragen werden verschlüsselt verarbeitet und ausschließlich innerhalb der Landesinfrastruktur gespeichert.