Naturgewalten, Erdgeschichte und gelebte Erinnerung

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Im Gedenkjahr 2026 rückt der Geopark Karnische Alpen die gewaltigen Kräfte der Natur und ihre Auswirkungen auf Mensch und Landschaft in den Mittelpunkt. Mit einer eindrucksvollen Sonderausstellung, spannenden Vorträgen und geführten Wanderungen erinnert der grenzüberschreitende Geopark an Ereignisse, die sich tief in das kollektive Gedächtnis der Region eingeprägt haben.

Ein Vortrag am 12. Juni widmet sich der Bedeutung von Naturgefahren und Ressourcen im Plöckengebiet

Am 6. Mai jährte sich das schwere Erdbeben von Friaul zum 50. Mal. Aus diesem Anlass zeigt der Geopark die Sonderausstellung „Leben mit Naturgefahren: Erdbeben-Wasser-Sturm-Fels“. Ermöglicht wird die Ausstellung durch das grenzüberschreitende Italien-Österreich Interregprojekt „GeoRISK“. Vor 50 Jahren erschütterte das verheerende Erdbeben von Friaul die Alpenregion, vor 60 Jahren führten extreme Hochwässer zu schweren Zerstörungen. Noch präsent sind auch die Folgen des Sturmtiefs Vaia, das vor wenigen Jahren weite Waldflächen verwüstete. Die größte Tragödie der jüngeren Geschichte bleibt jedoch die Katastrophe von Longarone im Jahr 1963, bei der menschliches Versagen in Verbindung mit Naturgewalten unermessliches Leid verursachte.

Sonderausstellung

Die Sonderausstellung im Geoparkzentrum zeigt eindrucksvoll, wie eng das Leben im Alpenraum seit jeher mit den Kräften der Natur verbunden ist. Ob Erdbeben, Hochwasser, Stürme oder Felsstürze – Naturereignisse verändern Landschaften, zerstören Lebensräume und prägen Generationen. Besonders schwere Erdbeben zählen zu den größten Gefahren für die Region. Die Ausstellung macht deutlich, wie sich Naturgewalten grenzüberschreitend auf das Leben der Menschen auswirken und wie wichtig Erinnerung, Forschung und Vorsorge heute sind. Historische Dokumente, Bilder und geologische Zusammenhänge geben dabei einen eindrucksvollen Einblick in die bewegte Geschichte des Alpenraums.

Abenteuer Erdgeschichte in der Dauerausstellung

Neben der Sonderausstellung lädt auch die attraktive und interaktive Dauerausstellung „Abenteuer Erdgeschichte“ zu einer faszinierenden Reise durch die Entwicklung der Erde ein. Im Geoparkzentrum stehen bis zu 470 Millionen Jahre alte Fossilien im Mittelpunkt, die von vergangenen Meeren, frühen Lebensformen und der Entstehung der Alpen erzählen.
Besucherinnen und Besucher können sich dabei auch auf die Suche nach den ältesten Sauriernachweisen Österreichs und den schönsten Fossilfunden der Region begeben. Spannende Animationen, außergewöhnliche Versteinerungen und anschaulich präsentierte Erdgeschichte machen den Besuch zu einem Erlebnis für die ganze Familie.

Geoparkleiterin Gerlinde Krawanja-Ortner führt sie am 20. Juni zu den tief in den Alpen von Tolmezzo versteckten Dörfern, die nach dem Beben von 1976 aufgegeben wurden und nun wieder erwachen

Geotrails machen Geologie erlebbar

Wer die Landschaft direkt vor Ort entdecken möchte, findet entlang der acht Geotrails zahlreiche geologische Besonderheiten. Die Wanderwege führen zu Fossilienfundstellen, markanten Gesteinsformationen, Zeugnissen vergangener Naturgewalten und kulturhistorischen Schauplätzen. Die Geotrails verbinden Naturerlebnis, Wissenschaft und regionale Geschichte und zeigen eindrucksvoll die vielen oft unbekannten Facetten der Karnischen Alpen.

Vortrag und geführte Wanderung im Juni

Ein weiterer Höhepunkt im Geopark ist der nächste Vortrag im Gasthof Grünwald am 12. Juni um 18:30 Uhr. Giuseppe Muscio, Geologe, berichtet über Felsstürze, unterirdische Bäche und Quellen im Plöckengebiet und ihre Bedeutung für unsere Nachbarregion Karnien. Am 20. Juni lädt der Geopark außerdem zu einer geführten Wanderung zu den verlassenen Dörfern im Friaul ein. Die Exkursion führt in jene Gebiete, die nach dem Erdbeben von 1976 aufgegeben wurden und heute eindrucksvolle Zeugnisse für die Verletzlichkeit menschlicher Siedlungen darstellen. Die Wanderung verbindet Natur, Geschichte und Erinnerungskultur und macht sichtbar, wie eng Landschaft und menschliches Schicksal miteinander verbunden sind.