570 Euro warm für 77 Quadratmeter in Wien
Wie professionell solche Betrugsversuche wirken können, zeigt ein Beispiel aus Wien: Angeboten wurde eine frisch renovierte Wohnung mit 77 Quadratmetern im 7. Wiener Gemeindebezirk – für lediglich 570 Euro warm. Angesichts der angespannten Situation auf dem Wiener Wohnungsmarkt erscheint ein solches Angebot besonders attraktiv. Auf die Anfrage eines Interessenten folgte eine Nachricht von einer angeblichen Vermieterin, die sich als „Katharina Koppensteiner“ ausgab. Sie erklärte die verspätete Antwort damit, dass sie beruflich an einem Projekt im italienischen Bari beteiligt sei. Die Wohnung sei für sie keine wichtige Einnahmequelle, hieß es weiter. Deshalb wolle sie keinen großen Gewinn erzielen, sondern lediglich einen netten Mieter finden.
Eine plausible Geschichte mit einem Haken
Die Erklärung soll den ungewöhnlich niedrigen Mietpreis nachvollziehbar machen. Tatsächlich handelt es sich jedoch um ein typisches Muster beim sogenannten Kautionsbetrug. Im weiteren Verlauf wurden für die angebliche Anmietung 800 Euro Kaution verlangt. Für die Abwicklung habe die vermeintliche Vermieterin aufgrund beruflicher und gesundheitlicher Gründe eine Immobilienagentur beauftragt. Genau an diesem Punkt sollten Wohnungssuchende besonders vorsichtig werden, warnt Watchlist Internet. Denn auch die angebliche Immobilienagentur kann Teil der Täuschung sein.

Wenn die Traumwohnung gar nicht existiert
Bei solchen Betrugsmaschen greifen Kriminelle häufig auf Fotos und Informationen aus echten Wohnungsanzeigen zurück. Die Bilder und Angaben werden kopiert und anschließend für ein gefälschtes Inserat verwendet. Die Geschichte rund um die angebliche Vermieterin soll Vertrauen schaffen und gleichzeitig erklären, warum keine persönliche Besichtigung möglich ist. Auch eine erfundene Immobilienagentur kann den Eindruck einer professionellen Abwicklung vermitteln. Das eigentliche Ziel ist jedoch meist, eine Kaution oder eine andere Zahlung vorab zu erhalten. Sobald das Geld überwiesen wurde, bricht der Kontakt häufig ab. Die vermeintliche Vermieterin oder der vermeintliche Vermieter ist nicht mehr erreichbar – und die überwiesene Kaution ist unter Umständen verloren.
Diese Warnzeichen sollten Wohnungssuchende ernst nehmen
Ein einzelnes Merkmal muss noch kein Beweis für einen Betrugsversuch sein. Treffen jedoch mehrere der folgenden Punkte zusammen, ist besondere Vorsicht angebracht.
Ungewöhnlich günstiger Mietpreis:
Eine Wohnung in begehrter Lage, die deutlich weniger kostet als vergleichbare Angebote, sollte genau geprüft werden. Mit besonders niedrigen Preisen versuchen Kriminelle, möglichst viele Interessenten anzulocken.
Der Vermieter befindet sich im Ausland:
Behauptet die angebliche Vermieterin oder der angebliche Vermieter, dauerhaft oder längere Zeit im Ausland zu sein und deshalb keine Besichtigung anbieten zu können, ist das ein deutliches Warnsignal.
Geld vor der Besichtigung:
Eine Kaution sollte nicht überwiesen werden, bevor die Wohnung besichtigt und ein seriöser Mietvertrag abgeschlossen wurde. Auch für eine angebliche Reservierung sollte kein Geld vorschnell überwiesen werden.
Eine vermeintliche Immobilienagentur soll alles abwickeln:
Betrüger berufen sich häufig auf eine angebliche Agentur oder Plattform, die Besichtigung, Vertrag und Schlüsselübergabe organisieren soll. Auch diese Angaben können frei erfunden sein.
Nur E-Mail- oder Messenger-Kontakt:
Wird eine persönliche Kontaktaufnahme immer wieder verschoben oder ist eine Besichtigung angeblich aus verschiedenen Gründen nicht möglich, sollten Wohnungssuchende misstrauisch werden.
Wohnungsfotos stammen möglicherweise aus anderen Inseraten:
Eine Rückwärtssuche der verwendeten Bilder kann Hinweise darauf geben, ob die Fotos ursprünglich zu einer anderen Wohnung oder einem älteren Inserat gehören.









































