Vermisster 58-jähriger Wanderer am Poludnig nach nächtlicher Suchaktion gerettet

Hermagor -

Ein 58-jähriger Wanderer konnte in der Nacht auf Sonntag nach einer aufwendigen Suchaktion im Grenzgebiet zwischen Kärnten und Italien gerettet werden. Der Mann war nach einer Wanderung im Bereich der Poludniger Alm im Bezirk Hermagor nicht wie vereinbart zum Treffpunkt bei der Egger Alm zurückgekehrt.

Seine Ehefrau, eine 59-Jährige aus Niederösterreich, verständigte am Samstag gegen 19 Uhr die Einsatzkräfte, nachdem ihr Mann weder erschienen noch telefonisch erreichbar war. Da erste Erhebungen der Polizei keine Hinweise auf seinen Aufenthaltsort ergaben, wurde bereits eine halbe Stunde später eine groß angelegte Suchaktion gestartet. Im Einsatz standen zwei Hubschrauber der Flugeinsatzstelle Klagenfurt, Mitglieder der Alpinen Einsatzgruppe Hermagor, die Bergrettung Hermagor sowie Hundeführer des Österreichischen Bergrettungsdienstes.

Wärmebildkamera ortete Vermissten im Grenzgebiet

Gegen 2.52 Uhr gelang schließlich der entscheidende Durchbruch: Mithilfe der Wärmebildtechnik des Polizeihubschraubers „Libelle FLIR“ konnte eine regungslose Person knapp jenseits der Staatsgrenze auf italienischem Gebiet in einem Bachbett lokalisiert werden. Drei Mitglieder der Alpinen Einsatzgruppe Hermagor machten sich daraufhin sofort zu Fuß auf den Weg zur Unfallstelle. Der schwierige Zustieg führte teilweise durch sehr ausgesetztes Gelände. Gleichzeitig wurden die italienischen Einsatzkräfte verständigt, die den Notarzthubschrauber „Eli Friuli“ alarmierten.

Stark unterkühlter Wanderer gerettet

Gegen 4.30 Uhr konnte der Vermisste schließlich aufgefunden werden. Der Mann saß stark unterkühlt in einem Bachbett. Nach eigenen Angaben war er vom Weg auf den Poludnig abgekommen und über eine steile Rinne abgestürzt. Die Einsatzkräfte leiteten umgehend Maßnahmen zum Wärmeerhalt ein, bevor der Wanderer vom Notarzthubschrauber weiter medizinisch versorgt und anschließend in das Krankenhaus nach Tarvis eingeliefert wurde.

Gelebte Zusammenarbeit der österreichischen und italienischen Einsatzkräfte 

Besonders hervorzuheben ist die ausgezeichnete Zusammenarbeit der österreichischen und italienischen Einsatzkräfte. Durch das rasche und koordinierte Handeln aller Beteiligten konnte der verunglückte Wanderer trotz der schwierigen Bedingungen rechtzeitig gefunden und gerettet werden.