Wirtschaft: So legen die Österreicher 2020 ihr Geld an

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Zum Jahresende machen viele Österreicher Bilanz und möchten herausfinden, ob sich ihre Anlagewerte vergrößert haben. In diesem Jahr gab es viele Schwankungen, sowohl bei Aktien, als auch bei Kryptowährungen und auf dem Devisenmarkt. Einige große Gewinner dürfen sich über eine neue finanzielle Freiheit freuen, andere mussten schwere Verluste einstecken.


Dabei fragen sich vor allem Neulinge auf dem Markt, in welche Anlagewerte man heute noch investieren soll. Was die Allgemeinheit der Österreicher dazu sagt, haben wir uns genauer angesehen. In welche Anlagen wird im Land besonders gerne investiert?

Aktien für risikofreudige Österreicher

Laut dem internationalen Klischee des klassischen Österreichers, ist dieser nicht nur pflichtbewusst, sondern auch sicherheitsliebend – doch auch ein bisschen Risiko ist bei vielen Menschen gefragt. Der Aktienhandel ist ein Geschäft, das z. B. stetige Aufmerksamkeit erfordert, besonders wenn man kurzfristig anlegt und schnell wieder verkaufen möchte. Langfristige Investitionen können hingegen erst einmal liegen gelassen werden, denn sie sollen sich oftmals über mehrere Jahre entwickeln. Private Haushalte sollen 2019 in Österreich rund 62 Milliarden Euro in Aktien angelegt haben – dieser relativ hohe Wert inkludiert allerdings auch Wertpapiere, die bereits vor 2019 gekauft wurden, welche jedoch in diesem Jahr noch im Besitz von Privatpersonen in Österreich waren. Ein Markt, der ebenfalls immer mehr Interessenten findet, ist der Devisenmarkt, auf dem Fremdwährungen gehandelt werden können. Mit der richtigen Beratung durch Experten kann diese Anlageform ebenfalls sehr lukrativ sein. Dass die beiden Handelsformen in den kommenden Jahren noch beliebter werden, ist äußerst wahrscheinlich.

Gold birgt viel Sicherheit

Wer in den letzten Jahren in Gold investiert hat, darf sich heuer über große Renditen freuen. Der Goldpreis ist zwischen Januar und August um ganze 40 % gestiegen und ist zum Jahresende hin wieder etwas abgesunken. Trotzdem konnte ein stetiger Aufwärtstrend vernommen werden, der bis heute anhält. Im Vergleich zu anderen Ländern ist Österreich eine wahre Goldnation. Laut einer Umfrage des Karmasin Instituts für Meinungsforschung soll jeder vierte Österreicher bereits in Gold investiert haben, sei es in Form einer Münze oder sogar einem Barren. Goldgeschenke sind zu Lande außerdem der Klassiker für Geburtstage und Weihnachten. Bei den 2.000 Befragten stellte sich heraus, das durchschnittlich ganze 13 % des Ersparten in Gold angelegt wurden. Dabei kam ein durchschnittlicher Wert von 13.000 Euro heraus. Nur die Schweiz soll den Österreichern in Sachen Gold voraus sein. Mit einem Goldbesitz von fast 600 Gramm pro Kopf, investieren die Schweizer noch mehr von ihrem Vermögen in das Edelmetall. Der Grund für die großen Anlagen in Gold: Der Rohstoff wird von den Österreichern als besonders krisensicher eingestuft.

Quelle: Pixabay

Immobilien als beliebte Anlage

Immobilien zählen in Österreich immer noch als sehr beliebte Anlage. Sie werden dabei meist nicht nur als Investment gesehen, sondern auch von den Eigentümern bewohnt. Damit kann das eigene Geld nicht nur gut angelegt werden, sondern es ergibt sich auch eine große Ersparnis an Mietkosten. Besonders in Wien, aber auch in Städten wie Bregenz, Innsbruck und Klagenfurt sind die Mietpreise in den letzten Jahren enorm angestiegen. Viele Österreicher können sich die Wohnung mit Lage im städtischen Bereich dadurch nur noch schwer leisten oder wollen die hohen Kosten schlicht und einfach nicht tragen. In vielen Teilen Österreichs kann man daher einen stetigen Zuwachs an Immobilienkäufen beobachten. Wer das nötige Kleingeld besitzt oder für einen Kredit infrage kommt, überlegt sich daher die Investition in das Eigenheim oder investiert in andere Immobilien. Auch hier ist das Vertrauen in die Stabilität der Anlage unter den Österreichern immer noch sehr hoch.

Beliebteste Anlagen: Pension, Bausparer und Co.

Am liebsten sorgen die Österreicher vor. So legen immer noch die meisten Menschen ihr Vertrauen in Banken und nutzen verschiedene Vorsorgeanlagen, um sich für schlechte Zeiten oder das hohe Alter zu wappnen. Aus diesem Grund zählt im Land immer noch die private Pensionsversicherung zu einer der beliebtesten Anlageformen. Zwar sind Österreicher in fast allen Fällen durch eine Pflichtversicherung abgedeckt, diese ist vielen Anlegern jedoch zu niedrig. Das Einzahlen einer privaten Pensionsvorsorge ist daher eine gute Option, um seine Einkünfte am Lebensabend aufzubessern. Auch der Bausparvertrag zählt heute noch zu den Favoriten der Österreicher. Dabei wird die Investition an den Staat geliehen, der damit z. B. infrastrukturelle Projekte umsetzen kann. Nach dem Ablauf einer gewissen Zeit, z. B. nach 10 Jahren, erhält der Bankkunde sein Vermögen zurück und darf sich über eine besonders gute Verzinsung freuen. Zu guter Letzt ist auch die Lebensversicherung ein beliebtes Anlageformat der Österreicher. Da die Laufzeit allerdings meist sehr lang und die Zinsen mittlerweile relativ gering sind, raten viele Experten mittlerweile von dieser Anlage ab.

Die Österreicher sind wahre Sparfüchse, so viel steht fest. Sie investieren dabei vorwiegend in Immobilien, Gold, Bausparverträge, private Pensionen oder Aktien. Neue Anlagemöglichkeiten wie Kryptowährungen erlangen in Österreich bisher wenig Vertrauen.