Dürre in Kärnten und Osttirol: 40 Prozent zu wenig Niederschlag seit Jahresbeginn

Kärnten/ Osttirol -

Die Trockenheit in Kärnten und Osttirol hat im Frühjahr 2026 ein deutliches Ausmaß erreicht. Laut aktuellen Auswertungen von Tauernwetter fehlen seit dem 1. Jänner im Flächenmittel rund 40 Prozent des üblichen Niederschlags. Auch die Temperaturen liegen deutlich über dem langjährigen Mittel.

Die anhaltende Trockenheit hinterlässt in Kärnten und Osttirol deutliche Spuren. Seit Jahresbeginn fehlen 40 Prozent des üblichen Niederschlags

In Klagenfurt beträgt das Niederschlagsdefizit rund 51 Prozent, in Weitensfeld im Gurktal etwa 53 Prozent und auf der Villacher Alpe sogar rund 55 Prozent. In Klagenfurt fielen seit Jahresbeginn nur 75 von üblichen 153 Millimetern Niederschlag – ein Minus von 78 Litern pro Quadratmeter. Gleichzeitig lag die Temperatur im Flächenmittel um 2,3 Grad über dem Vergleichszeitraum 1961 bis 1990, in Klagenfurt sogar um 3,1 Grad.

Erste Auswirkungen bereits deutlich spürbar

Die anhaltende Trockenheit zeigt bereits spürbare Folgen. Seit Anfang März kam es zu mindestens acht größeren Wald-, Böschungs- und Wiesenbränden. Besonders betroffen war unter anderem ein mehrtägiger Großeinsatz oberhalb des Faaker Sees, bei dem hunderte Einsatzkräfte im Einsatz standen. Auch am gestrigen Sonntag kam es erneut zu einem Böschungsbrand im Bereich Hochosterwitz, der zeitweise die Südbahnstrecke beeinträchtigte. In den Bezirken Spittal an der Drau und Hermagor gelten bereits behördliche Feuerverbote. Mehrere Gemeinden in Oberkärnten rufen zudem zum Wassersparen auf, da die Quellschüttungen teilweise um bis zu 50 Prozent zurückgegangen sind.

Seit Jahresbeginn war es in Kärnten und Osttirol im Flächenmittel um 2,3 Grad zu warm gegenüber dem Klimamittel 1961 bis 1990 (c) Screenshot tauernwetter.at

Kaum Entspannung in Sicht

Für die kommende Woche wird zwar eine leichte Abkühlung sowie etwas Niederschlag erwartet, eine nachhaltige Entspannung der Situation ist jedoch nicht in Sicht. Laut dem ALPIXION-Modell von Tauernwetter sind bis Freitag in vielen Regionen lediglich 5 bis 15 Liter pro Quadratmeter zu erwarten. Im Klagenfurter Becken und im Lavanttal könnten die Mengen sogar unter 5 Litern liegen. Angesichts des bisherigen Defizits seien diese Niederschläge „nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein“, heißt es in der Einschätzung.

Waldbrandgefahr bleibt hoch

Zwar könnte die Waldbrandgefahr durch kühlere Temperaturen und weniger Wind vorübergehend etwas sinken, eine Entwarnung gibt es jedoch nicht. Sobald sich das Wetter stabilisiert, dürfte die Gefahr rasch wieder auf ein sehr hohes Niveau steigen. Sollte die Trockenperiode über April hinaus anhalten, könnte spätestens im Frühsommer eine kritische Phase erreicht werden – mit möglichen Auswirkungen nicht nur auf die Waldbrandgefahr, sondern auch auf Landwirtschaft und Trinkwasserversorgung.

Klimabilanz im Überblick (01.01.–11.04.2026)

Niederschlag (Abweichung vom Mittel 1961–1990):

  • Kärnten und Osttirol: -40 %
  • Villacher Alpe: -55 %
  • Weitensfeld: -53 %
  • Klagenfurt: -51 %
  • Lienz: -33 %
  • Mallnitz: -18 %

Temperaturabweichung:

  • Kärnten und Osttirol: +2,3 °C
  • Klagenfurt: +3,1 °C
  • Lienz: +2,2 °C
  • Villacher Alpe: +2,0 °C
  • Mallnitz: +1,8 °C