„Ihr Paket wartet!“ – Mit dieser DPD-Falle wollen Betrüger an Ihre Bankdaten

Österreich -

Eine Nachricht im Posteingang, ein angeblich ausstehendes Paket und eine kleine Gebühr: Was auf den ersten Blick harmlos wirkt, ist derzeit wieder eine beliebte Masche von Betrügern. Mit gefälschten E-Mails im Namen des Paketdienstleisters DPD versuchen Betrüger, Empfängerinnen und Empfänger unter Druck zu setzen und an sensible Online-Banking-Daten zu gelangen.

Betrüger geben sich als DPD aus und locken mit einer gefälschten Zahlungsaufforderung auf eine täuschend echte Bank-Login-Seite

Die betrügerische E-Mail fällt zunächst durch einen alarmierenden Betreff auf: „Import-Eingang offen“. Die Formulierung wirkt ungewöhnlich und soll vor allem eines erreichen: Aufmerksamkeit erzeugen und Zweifel auslösen.

So funktioniert die DPD-Phishing-Falle

Wer auf den Link in der E-Mail klickt, landet nicht auf der echten DPD-Webseite, sondern auf einer gefälschten Plattform. Diese wurde so gestaltet, dass sie auf den ersten Blick wie ein offizielles DPD-Portal wirkt. Dort erscheint ein weiterer Hinweis. Angeblich sei das Nutzerkonto „vorübergehend eingeschränkt“ und müsse aus Sicherheitsgründen verifiziert werden. Die Identitätsprüfung müsse innerhalb von 24 Stunden erfolgen, um Einschränkungen aufzuheben. Diese Meldung passt zwar nicht wirklich zur ursprünglichen Behauptung einer offenen Zollgebühr, wirkt aber dennoch bedrohlich genug, um viele Menschen zu verunsichern. Anschließend werden die Opfer aufgefordert, ihre Bank auszuwählen. Insgesamt stehen mehrere bekannte Banken zur Auswahl. Nach der Auswahl öffnet sich eine weitere Seite, die dem echten Online-Banking-Login der jeweiligen Bank nachempfunden ist.

Der integrierte Link führt aus der E-Mai direkt auf dieses Fake-Verifizierungsportal (c) Screenshot Watchlist Internet

Diese Warnzeichen verraten den Betrugsversuch

Auch wenn die gefälschte Nachricht auf den ersten Blick professionell wirkt, gibt es mehrere Hinweise, die auf einen Betrug hindeuten.

Die Absenderadresse passt nicht zum Unternehmen

Der sichtbare Absendername lautet zwar „DPD“, doch dieser kann bei E-Mails frei gewählt werden. Tatsächlich wurde die Nachricht von einer fremden Adresse verschickt:

Zeitdruck soll unüberlegte Entscheidungen provozieren

Die kurze Frist von 48 Stunden ist ein typisches Mittel von Betrügern. Wer sich unter Druck gesetzt fühlt, prüft Informationen häufig weniger genau und klickt eher auf Links oder gibt Daten ein.

Die Internetadresse gehört nicht zu DPD

Ein weiterer wichtiger Hinweis ist die aufgerufene Webseite. Die angebliche Zahlungsplattform hat keine Verbindung zu DPD.

Nur bestimmte Funktionen sind aktiv

Auf dem gefälschten Portal funktionieren zahlreiche Links nicht. Lediglich der Button zur Verifizierung führt weiter – ein weiteres typisches Merkmal manipulierter Webseiten.

So schützen Sie sich vor derartigen Nachrichten

  • Keine Links in verdächtigen E-Mails anklicken.
  • Keine Zugangsdaten zum Online-Banking auf Seiten eingeben, die über einen E-Mail-Link geöffnet wurden.
  • Absenderadressen genau prüfen.
  • Bei ungewöhnlichen Zahlungsaufforderungen lieber direkt beim Unternehmen nachfragen.
  • Zeitdruck als Warnsignal ernst nehmen.

In die Falle getappt? Jetzt zählt schnelles Handeln

Wer bereits auf die gefälschte Seite hereingefallen ist und möglicherweise Zugangsdaten eingegeben hat, sollte sofort reagieren.

Folgende Schritte sind wichtig:

  1. Umgehend die Bank kontaktieren und den Vorfall schildern. Die Bank kann prüfen, ob weitere Maßnahmen wie eine Sperrung notwendig sind.
  2. Das Online-Banking-Passwort ändern, sofern dies noch möglich ist.
  3. Kontobewegungen regelmäßig kontrollieren und bei verdächtigen Abbuchungen sofort die Bank informieren.
  4. Anzeige bei der Polizei erstatten.