ÖAMTC fordert stärkere Entlastung bei Spritpreisen: „0,8 Cent reichen nicht aus“

Österreich -

Wer in den vergangenen Tagen an der Zapfsäule gestanden ist, hat es deutlich bemerkt: Tanken ist wieder spürbar teurer geworden. In vielen Regionen Österreichs haben die Preise für Benzin und Diesel die Zwei-Euro-Marke pro Liter bereits überschritten. Angesichts dieser Entwicklung fordert der ÖAMTC von der Politik weitere Entlastungen und eine stärkere Senkung der Mineralölsteuer (MÖSt), um Autofahrerinnen und Autofahrer finanziell zu unterstützen.

Viele Autofahrer:innen erleben es derzeit an der Zapfsäule: Benzin und Diesel kosten wieder deutlich mehr – der Ruf nach Entlastungen wird lauter

Nach Ansicht des Mobilitätsclubs reicht die derzeitige Steuerentlastung von lediglich 0,8 Cent pro Liter nicht aus, um Autofahrerinnen und Autofahrer spürbar zu entlasten. Der ÖAMTC sieht die Politik gefordert, ihr Versprechen einzuhalten, wonach der Staat nicht von der aktuellen Krisensituation profitieren solle.

ÖAMTC erinnert an frühere Spritpreisbremse

Der ÖAMTC verweist auf die Situation im April, als die Spritpreise bereits auf einem ähnlich hohen Niveau lagen. Damals griff die sogenannte Spritpreisbremse und sorgte für eine Entlastung von rund zehn Cent pro Liter. Diese setzte sich aus zwei Maßnahmen zusammen: Einer Senkung der Mineralölsteuer um fünf Cent pro Liter sowie einer Begrenzung der Margen um weitere fünf Cent. Aus Sicht des ÖAMTC zeigt dieser Vergleich, dass die derzeitige Entlastung deutlich zu gering ausfällt.

Sinkende Ölpreise kommen kaum bei Autofahrern an

Der Mobilitätsclub kritisiert außerdem die Entwicklung der vergangenen Wochen bei den internationalen Ölpreisen. Zwar würden fallende Rohölpreise – etwa durch Hoffnungen auf Friedensverhandlungen – häufig nur verzögert oder kaum an den Tankstellen weitergegeben. Steigende Preise würden hingegen deutlich schneller sichtbar. Nach Einschätzung des ÖAMTC zeigt sich damit erneut ein bekanntes Muster: Während Preissteigerungen rasch bei den Konsumentinnen und Konsumenten ankommen, wirken sich günstigere Entwicklungen am Ölmarkt deutlich weniger stark auf die Zapfsäulenpreise aus.

Österreich im EU-Vergleich mit geringeren Preisrückgängen

Zusätzlich weist der ÖAMTC darauf hin, dass die Spritpreise in Österreich im Juni weniger stark gesunken seien als in vielen anderen EU-Staaten. Für den Mobilitätsclub ist dies ein Hinweis darauf, dass die in Österreich angewandte Koppelung der Spritpreise an internationale Notierungen allein nicht sicherstellt, dass sinkende Ölpreise tatsächlich weitergegeben werden.