Als Referenten des Abends konnte Obmann BH Dr. Heinz Pansi Univ. Doz. Heimo Dolenz, Leiter der Abteilung Archäologie am Kärntner Landesmuseum, und den jungen Archäologen Paul Bayer (34), aber auch Univ.Prof.Dr. Ulrich Gäbler, den Initiator dieser interessanten Veranstaltung, begrüßen.

Mysterienkulte, Rituale und die Vereinsstrukturen der Römer
Der Vortrag von Heimo Dolenz stellte die neuen Grabungs-Ergebnisse aus 2020-2024 in der römischen Provinzhauptstadt Noricum vor. Das betrifft ein Neubauviertel zwischen dem Amphitheater und dem Bühnentheater.
Hier lag u.a. das Gebäude eines der gesellschaftlich bedeutendsten Vereine der Stadt, des Liber Pater Collegiums. Durch neue Inschriften, Kleinfunde und dem Grabungsbefund lässt sich erstmals ein näherer Einblick in die soziale Struktur des griechisch-römischen Mysterienkultes sowie in die Organisation von Vereinen in Virunum gewinnen. Sie belegen regelmäßige Bankette, Feste und kultische Feierlichkeiten zu Ehren des Gottes Dionysos Bacchus.

Eine mächtige Mauer gegen die Markomannen?
Im darauf folgenden Vortrag hat Grabungsleiter Paul Bayer den aktuellen Auswertungsstand zu den Ausgrabungen an der Heidenmauer zwischen Rattendorf und Jenig (Sept/Okt 2025) sowie Arbeiten in den Gemeindegebieten Kirchbach und Dellach vorgestellt.
Die sogenannte Hadnmauer könnte ein Teil der Römersiedlung auf der Gurina gewesen sein. In einem anderen möglichen Szenario wäre die Mauer als Schutzwall gegen die Markomannen errichtet worden. Der germanische Stamm drang von 169 bis 172 in das Römische Reich ein und brannte Städte und Dörfer nieder. In kürzester Zeit mussten Verteidigungsbauwerke errichtet werden, die nach dem Markomannen-Einfall aber wieder verlassen wurden. Das würde auch das Fehlen von weiteren Fundstücken erklären.
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