Einmal Lesachtal, immer Lesachtaler

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Der 64-jährige Stefan Oberluggauer betreute den 10-fachen Goldmedaillengewinner Markus Salcher bei Winter-Paralympics und Alpinen Para-Skiweltmeisterschaften als Servicemann. Der gebürtige Aigner war ein ganz wichtiges Puzzleteil in Salchers erfolgreicher Skikarriere. Nun geht er in die verdiente Servicemannpension.

Nun müssen die Skier nur noch zurück in die Fabriken von Rossignol, Kästle und Völkle. Dies übernimmt Stefan als gewissenhafter Servicemann selbst

Als Stefan die tägliche Wegstrecke zwischen seinem elterlichen Bergbauernhof in Aigen und der Volksschule in St. Jakob sowie der Hauptschule in Kötschach zurücklegte, war ihm damals bereits klar. „Das Lesachtal ist einer der schönsten Plätze auf dieser Welt und seine Einstellung – einmal Lesachtal, immer Lesachtaler – hat sich manifestiert. Dieser Zugang hat sich beim begeisterten Kicker im Trikot vom OSK Kötschach und SV Dellach, als Lehrling bei Fahrzeugtechnik Unterhohenwarter oder als Betriebsmechaniker bei ECO-Wärmeaustauscher nicht verändert. „Wie denn auch, ich konnte täglich das Naturjuwel Lesachtal genießen und daraus Energie schöpfen“, blickt Oberluggauer zufrieden zurück.

Die erfolgreichen Großereignisse Sotchi, Espot und Lillehammer werden Stefan Oberluggauer (r.) und Markus Salcher in ewiger Erinnerung bleiben

Die große Liebe war stärker

Doch dann lernte Stefan seine Christa kennen. Eine gebürtige Sillianerin, die aber im Landeskinderheim Axams als Erzieherin angestellt war. „Die Liebe war einfach stärker, als das Lesachtal und ich siedelte vor 40 Jahren zu meiner heutigen Ehegattin nach Axams, wo wir in unserem Eigenheim leben“. Oberluggauer nimmt Herausforderungen, Neues und Verantwortung sehr gerne an. So wie auch damals vor 35 Jahren, als via Zeitungsinserat ein qualifizierter Innsbrucker Flughafenmitarbeiter gesucht wurde: Für die Betankung jeglicher Flugzeugtypen und der Wartung von Tankfahrzeugen. „Ein Job, der mich erfüllt hat und gewissenhafte Arbeit erfordert. Denn Passagiere und Crew sollen immer wieder gesund landen“, blickt der pensionierte Stefan auf seinen Rollfeldjob zurück.

Wenn es die Zeit zulässt, hilft Stefan seinem Bruder Robert gerne bei der Waldarbeit

In eine schöne Zeit hineingerutscht

Ein Arbeitskollege war es auch, der den Tüftler Oberluggauer zum Alpinen Paraskisport brachte. „Ich bin da einfach hineingerutscht. Denn vor zwanzig Jahren meinte Dietmar, dies wäre etwas für mich, und er hatte auf jeder Linie recht. Ich war gerne zwanzig Jahre freiwilliger Helfer und Ski-Servicemann“. So kam es, dass in Summe bis zu 50 Paar Ski in seinem Axamser Skistall standen. Die Rennmaschinen von Veronika und Elisabeth Aigner, Markus Salcher sowie Nico Pajantschitsch. Vor jedem Rennen hat der Perfektionist im positiven Sinne, die Skier für das Quartett vorpräpariert und für die jeweiligen Starts das beste Paar final ausgesucht. „Zum Glück ist mir dies, zur 30-fachen Medaillenfreude der Athleten, auch oft gelungen. Aber jetzt ist Schluss. Wenn es am schönsten ist, soll man aufhören. Gratulation nochmals an die Athleten“, sagt Stefan. Jetzt werden Kantenfeile und Wachs in der Lade abgelegt und der Aigner kann mit seiner Christa wieder öfters gemeinsame Lesachtaler Natur genießen.

Die neugewonnene Freizeit nutzte Stefan Oberluggauer (2. v. r.) gleich zu einer Wienreise mit Innsbrucker Freunden. Kultur und Kulinarik wurden genossen…