Nationalparks als Zukunftsräume im Fokus des 9. Forum Anthropozän

Heiligenblut -

In Heiligenblut stand der Nationalpark Hohe Tauern im Rahmen des 9. Forum Anthropozän im Mittelpunkt eines hochkarätig besetzten Austauschs über Zukunft, Naturschutz und regionale Entwicklung. Unter dem Leitthema „CONNECTEDNESS. ZUKUNFTSVERBUNDEN. Nationalparks im Anthropozän“ wurde der Nationalpark als wichtiger Dialograum für ökologische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Fragestellungen diskutiert.

Bgm. Martin Lackner, Jürgen Schneider (BMLUK), Liliana Dagostin (ÖAV), Fritz Habekuß (DIE ZEIT), Hans Joachim Schellnhuber (IIASA), Barbara Pucker (NPHT), Reinhard Schneider (Werner & Mertz), Ruedi Haller (Schweizerischer Nationalpark), Sabine Seidler (Initiatorin Forum Anthropozän

Nationalpark als Zukunftsraum für Natur und Region

Im Zentrum der Podiumsdiskussion „Nationalpark Hohe Tauern – Aufgaben und Herausforderungen“ standen Nationalparkreferentin Landesrätin Marika Lagger-Pöllinger, Nationalparkdirektorin Barbara Pucker, GROHAG-CEO Johannes Hörl sowie Josef Aberger, Obmann der Schutzgemeinschaft der Grundbesitzer im Nationalpark Hohe Tauern. Lagger-Pöllinger betonte dabei die Bedeutung des Nationalparks als Zukunftsraum für Kärnten. Er schütze einzigartige Lebensräume, sichere Biodiversität und mache Natur für die Menschen erlebbar. Gleichzeitig stärke er die Region und verbinde Naturschutz mit regionaler Wertschöpfung und Verantwortung für kommende Generationen.

v. li. n. re Moderatorin Katharina Kropshofer (FALTER), Johannes Hörl (GROHAG), Josef Aberger, Barbara Pucker (NPHT), LR.in. Marika Lagger-Pöllinger (c) Forum Anthropozän

Nationalparks im Anthropozän gewinnen an Bedeutung

Im Verlauf der Diskussion wurde deutlich, dass Nationalparks im sogenannten Anthropozän – einer Zeit, in der der Mensch die Erde maßgeblich beeinflusst – eine zunehmend wichtige Rolle einnehmen. Sie sichern Biodiversität, schaffen Bewusstsein für den Umgang mit Natur und tragen zur regionalen Entwicklung bei. Barbara Pucker hob hervor, dass Nationalparks nicht nur die Natur schützen, sondern auch zur Zukunftsfähigkeit der Gesellschaft beitragen. Als Rückzugsräume für Artenvielfalt, natürliche Klimaschützer und Brücken zwischen Regionen leisteten sie einen wichtigen Beitrag zu Resilienz und nachhaltiger Entwicklung.

Geführte Wanderung im Nationalpark Hohe Tauern als imposanter Auftakt des 9. Forum Anthropozän (c) Forum Anthropozän

Internationale Perspektiven und globale Zusammenhänge

Ein weiterer Höhepunkt des Forums war das ZEIT-GESPRÄCH unter der Moderation von Fritz Habekuß (DIE ZEIT) mit internationalen Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Naturschutz. Diskutiert wurden unter anderem die Auswirkungen des Klimawandels sowie die strategische Rolle von Nationalparks für Biodiversität, Klimaresilienz und regionale Stabilität. Der Klimaforscher Hans Joachim Schellnhuber betonte dabei die Notwendigkeit umfassender Transformationen im Umgang mit der Klimakrise. Unternehmer Reinhard Schneider verwies auf die Bedeutung nachhaltiger Wirtschaftsmodelle und deren Vorteile für Umwelt, Wirtschaft und Sicherheit.

Nächtliche Kunstinstallation am Haus der Steinböcke der internationalen Künstlerin Alona Rodeh (c) Forum Anthropozän

Zusammenarbeit als Schlüssel für Schutzgebiete

Abschließend wurde mehrfach die Bedeutung gemeinsamer Verantwortung für Schutzgebiete hervorgehoben. Lagger-Pöllinger betonte, dass ein Nationalpark nur im Miteinander funktionieren könne und die Einbindung der Bevölkerung vor Ort entscheidend sei. Genau hier setze auch das Forum Anthropozän an, das als Plattform für Dialog und gemeinsame Lösungsansätze diene.

Das Forum Anthropozän wird vom Verein ProMÖLLTAL gemeinsam mit dem Nationalpark Hohe Tauern Kärnten organisiert. Bereits jetzt laufen die Vorbereitungen für das 10. Forum Anthropozän, das von 10. bis 12. Juni 2027 in Heiligenblut am Großglockner stattfinden wird.