Wirtschaft kann man wählen!

Klagenfurt -

Mit einer großen Podiumsdiskussion von Wirtschaftsvertretern mit den Spitzenkandidaten der politischen Parteien hat die WK Kärnten am Montagabend vor einem „Full House“ im großen WIFI-Saal ihre Informationskampagne zur bevorstehenden Landtagswahl abgeschlossen.


LHStv.in Gaby Schaunig (SPÖ), LR Martin Gruber (ÖVP), NAbg. Erwin Angerer (FPÖ), NAbg. Olga Voglauer (Grüne), GR-Klubobmann Janos Juvan (NEOS), Michael Gussnig (Team Kärnten) und Alexander Todor-Kostic (Vision Österreich) stellten sich den Fragen des Wirtschaftsteams von Spartenobmann Martin Zandonella (Information & Consulting), Spartenobfrau Elisabeth Rothmüller-Jannach (Transport & Verkehr), Frisör-Innungsmeisterin Karin Wagner und Gastronomie-Fachgruppenobmann Stefan Sternad.

„Wahlen sind die Regel“

Zur Begrüßung der etwa 250 Gäste im bis auf den letzten Platz gefüllten großen WIFI-Saal wies Wirtschaftskammerpräsident Jürgen Mandl darauf hin, dass man zwar vor Wahlen oft den Eindruck habe, sich in einer Ausnahmesituation zu befinden, dass aber in einer Demokratie Wahlen die Regel seien und nicht die Ausnahme. Die Wirtschaftskammer gebe ihren Mitgliedern und anderen Interessierten vor Wahlen regelmäßig die Möglichkeit, sich persönlich ein Bild zu machen von den wirtschaftspolitischen Plänen der Parteien, die in den kommenden Jahren die Rahmenbedingungen für die Unternehmen mitgestalten würden.

Wirtschaft als Politprogramm

Dies sei umso wichtiger, da die Unternehmer mit 37.000 von fast 429.000 Wahlberechtigten nur eine sehr kleine Wählergruppe seien, aber Arbeit für mehr als 190.000 Menschen im Land schaffen würden. Mandl: „Deshalb müssen Wirtschaftsthemen nicht nur im Landtagswahlkampf präsenter sein, sondern vor allem nach der Wahl in der konkreten Politik der Landesregierung auch umgesetzt werden! Ein klares Programm für die Energiewende, die Entlastung der Unternehmen, für Investitionen und Fachkräfte ist unerlässlich für einen starken Wirtschafts- und Lebensstandort!“

Game Changer

Mandl nannte drei wichtige Themen, die über die Zukunft des Landes entscheiden würden: Wie werde es gelingen, die Koralmbahn als „Game Changer“ für den Wirtschaftsraum Süd zu nutzen, der Kärnten und die Steiermark mit einer Europatransversale von den Adriahäfen bis an die Ostsee endgültig aus ihrer jahrzehntelangen geopolitischen und verkehrstechnischen Randlage herausholen und zu einer Metropolregion im Herzen Europas machen werde? Was werde die Landespolitik unternehmen, um den Rückgang an Arbeits- und Fachkräften aufzuhalten, der den Wohlstand in den nächsten zehn, 20, 30 Jahren ernsthaft bedrohe? Und wie werde Kärnten die Energiewende bewältigen?

Disziplinierter Schlagabtausch

Diese und sehr viele weitere Fragen beantworteten die Kandidaten in eineinhalb Stunden, wobei Moderator und Kammer-Vizepräsident Otmar Petschnig penibel über die Einhaltung der knappen Redezeit von nur einer Minute pro Frage und Teilnehmer wachte. Durchgenommen wurden die großen Kapitel des neuen Kärntner Standortprogramms „Weichenstellungen“: Wirtschaftsstandort; Energie, Klima und Nachhaltigkeit; Raum- und Bauordnung; Arbeitskräfte und Qualifizierung; Verkehr. Den Lacher des Abends lieferte Team-Kärnten-Kandidat Michael Gussnig für seine Ansage: „Das Digitalste, was an der Schule stattfindet, ist die große Pause.“ Szenenapplaus erntete auch ÖVP-Landesrat Gruber für seinen Schlagabtausch mit Olga Voglauer über die Doppelmoral der Grünen: „Hier kritisieren Sie herum, während Ihre Ministerin Gewessler im Bund den Sicherheitsausbau der B317 im Bezirk St. Veit verhindert!“

Alle Infos auf wirtschaftwaehlen.at

Ziel der drei Publikumsveranstaltungen und zwei Podcasts unter dem programmatischen Titel „Wirtschaft kann man wählen!“ war es, den Unternehmern eine seriöse Entscheidungsgrundlage für den Wahltag am kommenden Sonntag zu bieten. Auf der Webseite „wirtschaftwaehlen.at“ hat die WK die Spitzenkandidaten der in österreichischen Parlamenten vertretenen Parteien mit zehn konkreten wirtschaftsrelevanten Fragen konfrontiert, sie in Podcasts zum Thema Ein-Personen-Unternehmen zu Wort kommen lassen und alle drei Info-Veranstaltungen (der Jungen Wirtschaft, von Frau in der Wirtschaft und zum Abschluss in Diskussion mit Spitzenvertretern der Wirtschaft) zusammengefasst. Auch das Standortprogramm „Weichenstellungen“ steht dort zum Download zur Verfügung.