Vier von zehn Autofahrten in Kärnten kürzer als 5 Kilometer – VCÖ ruft zum Autofasten auf

1.000 km weniger Auto fahren vermeidet rund 200 Kilogramm CO2

Wien - 5. März 2019 – Morgen startet die Aktion „Autofasten“ der katholischen und evangelischen Kirche. Der VCÖ weist darauf hin, dass in Kärnten das Potenzial, weniger Auto zu fahren, sehr groß ist. Jede zehnte Autofahrt ist in fußläufiger Distanz, vier von zehn Autofahrten sind kürzer als fünf Kilometer. Auch die Kombination Fahrrad – Bahn kann gerade am Arbeitsweg viele Autofahrten vermeiden und Staus verringern, betont der VCÖ.


Wer meint, es seien vor allem lange Strecken, die mit dem Auto gefahren werden, irrt. Die meisten Autofahrten in Kärnten sind kurz, macht der VCÖ aufmerksam. Laut Erhebung des Verkehrsministeriums sind vier von zehn Autofahrten in Kärnten kürzer als fünf Kilometer, sechs von zehn kürzer als zehn Kilometer und nur zwei von zehn länger als 20 Kilometer. Die Fastenzeit ist ein guter Anlass, mehr kurze Strecken zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückzulegen. „Bewegung in den Alltag zu integrieren ist gesund, spart Spritkosten und ist aktiver Klimaschutz“, stellt VCÖ-Sprecher Christian Gratzer fest. Wer 1.000 Kilometer weniger mit dem Auto fährt, vermeidet rund 200 Kilogramm CO2.  

Kurze Autofahrten dominieren

Der VCÖ weist darauf hin, dass bei allen Wegzwecken die kurzen Strecken dominieren. 55 Prozent der Fahrten zu Freizeitzielen sind kürzer als fünf Kilometer, aber mehr als die Hälfte wird mit dem Auto gefahren. „Statt mit dem Auto ins Fitnessstudio zu fahren, wäre es für die eigene Fitness besser das Fahrrad zu nehmen“, nennt VCÖ-Sprecher Gratzer ein Beispiel. Auch wohnen viele in der Nähe ihres Arbeitsplatzes. So ist jeder dritte Arbeitsweg kürzer als fünf Kilometer und jeder zweite kürzer als zehn Kilometer. Dennoch werden in Kärnten über 80 Prozent der Fahrten zur Arbeit mit dem Auto gemacht. Viele Staus können vermieden werden, wenn es gelingt, dass für den Weg in die Arbeit mehr Personen das Fahrrad, öffentliche Verkehrsmittel oder die Kombination Fahrrad und Öffentlicher Verkehr nutzen.

Aktion Autofasten

„Die Aktion „Autofasten“ richtet sich an alle, die umsteigen können, es in der Fastenzeit auszuprobieren. Eine typische Reaktion von Personen, die umgestiegen sind, ist: „Warum bin ich nicht schon früher drauf gekommen““, motiviert VCÖ-Sprecher Gratzer zur Teilnahme an der von der katholischen und evangelischen Kirche organisierten Initiative. Wichtig ist zudem das klimaverträgliche Mobilitätsangebot weiter zu verbessern. „Die Politik ist gefordert, das Angebot zu schaffen, damit jene, die wollen, auch vom Auto auf den Öffentlichen Verkehr oder das Fahrrad umsteigen können“,  betont VCÖ-Sprecher Gratzer. Häufigere Bahn- und Busverbindungen sind auch außerhalb der klassischen Pendlerzeiten wichtig, denn die Arbeitszeiten werden immer flexibler, Teilzeitarbeit nimmt zu. Deshalb braucht es tagsüber und auch am späteren Abend ein gutes Angebot.

Radwege großräumig ausbauen

Damit für Alltagserledigungen häufiger das Fahrrad verwendet wird, braucht es eine gute Infrastruktur. Innerhalb des Ortsgebiets kann mit Verkehrsberuhigung sowie Tempo 30 statt 50 sehr kostengünstig das Radfahren gefördert werden. Außerhalb des Ortsgebiets ist ein Ausbau der Radwege nötig. Derzeit fehlt es häufig zwischen Siedlungen und dem nächsten Ort an sicheren und guten Radverbindungen.

Mehr kurze als lange Autofahrten in Kärnten

(Anteil Autofahrten an Werktagen in Kärnten)
  • Unter 2,5 Kilometer: 16 Prozent
  • 2,5 bis 5 Kilometer: 23 Prozent
  • 5 bis 10 Kilometer: 21 Prozent
  • 10 bis 20 Kilometer: 18 Prozent
  • 20 bis 50 Kilometer: 17 Prozent
  • mehr als 50 Kilometer: 6 Prozent

Quelle: bmvit, VCÖ 2019

Viele Alltagswege sind kurz, aber der Autoanteil sehr hoch

(Anteil Pkw, in Klammer Anteil aller Strecken je Wegezweck unter 5 km / unter 10 km)

  • Arbeitsweg:

87 % mit Auto (36 % aller Arbeitswege unter 5 km / 53 % unter 10 km)

  • Dienstfahrten:
89 % mit Auto (24 % aller Dienstwege unter  5 km / 43 % unter 10 km)
  • Bring- und Holdienste:
89 % mit Auto (62 % alle Hol-  und Bringdienste unter 5km / 85 % unter 10 km)
  • Einkaufswege:
79 % mit Auto (67 % aller Einkaufswege unter 5 km / 80 % unter 10 km)
  • Private Erledigungen:
80 % mit Auto (53 % aller privaten Erledigungen unter 5 km / 77 % unter 10 km)
  • Freizeitwege:
57 % mit Auto (55 % aller Freizeitwege unter 5 km / 71 % unter 10 km)
  • Besuche:
80 % mit Auto (44 % aller Strecken unter 5 km / 64 % unter 10 km)

Quelle: bmvit, VCÖ 2019