Waldbrände Friaul – LH Fellner: „Wasserentnahmen so lange uns Friaul braucht“

Kärnten Friaul -

Seit über einer Woche wüten in der Region um Tolmezzo schwere Waldbrände. Ortschaften mussten bereits evakuiert werden, die Bevölkerung leidet unter der massiven Rauchentwicklung. Kärnten unterstützt die Einsatzkräfte in Friaul weiterhin mit Löschwasser aus dem Weissensee.

Seit über einer Woche wüten rund um Tolmezzo schwere Waldbrände – die Einsatzkräfte kämpfen weiterhin gegen die Flammen.

„Es geht nicht allein um die Brandkatastrophe in den Wäldern um Tolmezzo, es geht um die Bevölkerung vor Ort, die zum Teil nicht ins Freie kann oder dafür ihre Atemorgane mit Masken schützen muss, die ihre Häuser und Wohnungen nicht belüften kann“, betont Landeshauptmann Daniel Fellner. Grenzüberschreitende Hilfe in Katastrophenfällen sei für Kärnten selbstverständlich. Fellner erinnert in diesem Zusammenhang auch an das schwere Erdbeben von 1976 rund um Gemona, als rund 100.000 Menschen obdachlos wurden und auch aus Kärnten große Hilfsbereitschaft kam. Die Wasserentnahmen aus dem Weissensee sollen laut Fellner so lange weitergehen, wie die Unterstützung in Friaul benötigt wird. Für Dienstag sind weitere Entnahmen zwischen 8 und 13 Uhr angefragt.

Seit Tagen im Dauereinsatz

Zwischen den Behörden in Kärnten und Friaul besteht laufender Kontakt. Vertreter der Protezione Civile der Region Friaul-Julisch Venetien stehen unter anderem mit der Landesalarm- und Warnzentrale, der Bezirkshauptmannschaft Spittal, der Gemeinde Weissensee, Wasserrettung, Polizei, Bundesforsten und Feuerwehr in engem Austausch. Am 10. August wurde Kärnten erstmals um Unterstützung gebeten, seit 13. August kommen die Löschflugzeuge täglich zum Weissensee. Auch Flugzeuge aus Slowenien waren bereits bei der Brandbekämpfung im Einsatz. Fellner dankt allen Einsatzkräften und Beteiligten, die seit Tagen für einen reibungslosen Ablauf sorgen. Ein Mitarbeiter der Landesalarm- und Warnzentrale ist für die italienischen Einsatzkräfte ständig erreichbar und auch direkt am Weissensee vor Ort. In Friaul wurden zusätzlich rund 150 Personen zur Brandbekämpfung herangezogen. Nach Angaben der Landesalarm- und Warnzentrale erreichen Kärnten laufend Dankesbekundungen der italienischen Behörden. Derzeit gibt es zumindest einen kleinen Hoffnungsschimmer: Die Brände scheinen sich aktuell nicht weiter auszubreiten.

31 Flüge und 168.000 Liter Löschwasser

Bis zum heutigen sechsten Einsatztag wurden bei 31 Flügen insgesamt 168.000 Liter Löschwasser aus dem Weissensee entnommen. Die Auswirkungen auf den Wasserstand sind dabei äußerst gering: Laut Experten wären rund 3.100 Wasserentnahmen mit einer Canadair notwendig, damit der Wasserspiegel des Weissensees um einen Zentimeter sinkt.

Hoffnung auf den Regen

Für die kommenden Tage ist Regen prognostiziert, der die angespannte Lage in Friaul endlich entschärfen könnte. „Den Kollegen im Friaul wünschen wir den nun prognostizierten Regen, den sie dringend brauchen“, so Fellner.