Hilfe am Limit
Laut Sandriesser handelt es sich dabei um ein effizientes Modell, das in dieser Form österreichweit als Vorbild gilt. Gleichzeitig sei die Zahl der Hilfesuchenden seit 2024 stark gestiegen. Trotz laufender Anpassungen sei die Belastung inzwischen so hoch, dass die Arbeit an ihre Grenzen komme. Auch die sogenannte Wohnbeihilfe NEU helfe nur eingeschränkt: Sie wirke zwar für Menschen mit Wohnung, nicht jedoch für jene ohne Unterkunft. Viele Betroffene müssten trotz Zusage mehrere Monate in der Notschlafstelle überbrücken.
Forderung nach mehr Ressourcen
Die Caritas sieht sich zunehmend mit der Frage konfrontiert, wie lange die Versorgung noch aufrechterhalten werden kann. „Wenn wir nicht mehr können, dann frage ich mich, wer sich um die Menschen kümmern wird“, so Sandriesser. Jede Einschränkung der Leistungen bedeute weniger Schutz und weniger Stabilität für Menschen in akuter Notlage.
Zunehmende Gewalt als zusätzliches Problem
Besonders besorgniserregend ist laut Caritas eine zunehmende Gewaltbereitschaft gegenüber obdachlosen Menschen und Mitarbeitenden. Immer wieder komme es zu Übergriffen auf der Straße. Auch das Eggerheim selbst sei betroffen gewesen: Steine seien über die Mauer geworfen worden, eine Sozialarbeiterin sei dabei nur knapp einer Verletzung entgangen.
Notschlafstelle am Limit
Die Situation rund um die Notschlafstelle im Eggerheim verdeutlicht die angespannte Lage zusätzlich. Bestrebungen zur faireren Kostenverteilung, etwa ein Gemeinderatsantrag in Klagenfurt, werden von der Caritas grundsätzlich begrüßt. Gleichzeitig wird betont, dass solche Maßnahmen die strukturelle Unterfinanzierung nicht lösen. Notschlafstellen seien das letzte Auffangnetz – jede Kürzung oder Einschränkung habe direkte Folgen für Betroffene.
Dringender Appell an Politik und Gesellschaft
Die Caritas Kärnten fordert nachhaltige strukturelle Lösungen sowie eine verlässliche Finanzierung der Wohnungslosenhilfe. Soziale Sicherheit müsse als zentraler Bestandteil des gesellschaftlichen Zusammenhalts gesehen werden. „Es reicht. Gemeinden und Land dürfen sich die heiße Kartoffel nicht länger zuspielen“, so Sandriesser abschließend. Je früher gehandelt werde, desto geringer seien auch die Folgekosten. Die Caritas verfüge über langjährige Erfahrung und hohe fachliche Kompetenz in der Armutsbekämpfung – entscheidend sei nun rasches politisches Handeln.









































