Neun Firmenkonkurse pro Woche: Kärntens Insolvenzen steigen weiter

Kärnten -

Die schwierige wirtschaftliche Lage hinterlässt weiterhin deutliche Spuren in Kärnten. Im ersten Halbjahr 2026 mussten 231 Unternehmen Insolvenz anmelden – das entspricht einem Anstieg von 19,07 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum 2025 (damals 194 Firmeninsolvenzen).

Die Dauerkrise der österreichischen Wirtschaft treibt in Kärnten weiterhin eine wachsende Zahl an Unternehmen in die Insolvenz

Laut AKV Europa ist der Höhepunkt der Entwicklung noch nicht erreicht; eine Stabilisierung wird erst erwartet, wenn die Wirtschaft wieder nachhaltig wächst. Hohe Kosten für Energie, Löhne und Mieten sowie die zurückhaltende Konsumnachfrage belasten viele Betriebe weiterhin.

Bau, Gastronomie und Handel besonders betroffen

Die meisten Firmeninsolvenzen verzeichnete im ersten Halbjahr 2026 die Baubranche mit 34 Fällen, gefolgt von Gastronomie und Beherbergung mit 30 Insolvenzen sowie dem Handel mit 26 Fällen. Bei den höchsten Schuldenständen liegt hingegen die Branche Grundstücks- und Wohnungswesen mit rund 19,9 Millionen Euro Verbindlichkeiten an der Spitze. Dahinter folgen Gastronomie und Beherbergung mit 17,2 Millionen Euro sowie die Bauwirtschaft mit rund 14,8 Millionen Euro.

Privatkonkurse in Kärnten leicht rückläufig

Anders als bei den Firmeninsolvenzen zeigt sich die Entwicklung bei Privatpersonen entspannter. Im ersten Halbjahr 2026 wurden 326 Privatinsolvenzverfahren registriert, nach 341 im Vorjahreszeitraum. Das entspricht einem Rückgang von 4,4 Prozent. Die Zahl der eröffneten Schuldenregulierungsverfahren sank ebenfalls leicht von 330 auf 312 Fälle. Trotz des Rückgangs stiegen die Schuldenhöhen deutlich: Die Verbindlichkeiten in Privatinsolvenzen erhöhten sich von 27,3 Millionen Euro auf 32,6 Millionen Euro. Die durchschnittliche Verschuldung pro Verfahren stieg damit von 82.800 Euro auf 104.700 Euro. Männer waren dabei mit durchschnittlich 132.400 Euro deutlich höher verschuldet als Frauen mit 63.300 Euro.