Schweiz bei Verkehrssicherheit zum Vorbild nehmen

In Kärnten ist Zahl der Verkehrstoten heuer gesunken, aber 19 Todesopfer

VCÖ - Die Zahl der Verkehrstoten ist in Kärnten in den ersten neun Monaten gesunken, macht der VCÖ aufmerksam. Aber bereits  19 Menschen kamen laut BMI seit Jahresanfang bei Verkehrsunfällen ums Leben. Österreichweit wurden 315 Menschen im Straßenverkehr getötet. Österreich droht sein Verkehrssicherheitsziel weit zu verfehlen. Es sind verstärkte Maßnahmen gegen die Hauptunfallursachen zu hohes Tempo sowie Ablenkung und Unachtsamkeit nötig, betont der VCÖ.

19 Todesopfer, das ist die traurige Opferbilanz des Straßenverkehrs in Kärnten in den ersten neun Monaten. Gegenüber den ersten drei Quartalen des Vorjahres ging die Zahl der Verkehrstoten um vier zurück, informiert der VCÖ. Kärnten zählt zu jenen fünf Bundesländern, wo die Zahl der tödlichen Verkehrsunfälle zurückgegangen ist. Österreichweit forderte der Straßenverkehr laut vorläufigen Daten des BMI bereits 315 Todesopfer. Im Vorjahr gab es zu dieser Zeit laut vorläufiger Unfallbilanz 311 Todesopfer, nach endgültigen Daten verschlechterte sich die Unfallbilanz auf 317 Verkehrstote.

Unfallursachen

Die Hauptursachen der tödlichen Unfälle waren zu hohes Tempo sowie Ablenkung und Unachtsamkeit. Wie hoch die Opferzahl in Österreich ist, zeigt der Vergleich mit der Schweiz, wo im gesamten Vorjahr 233 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben kamen. „In der Schweiz gibt es niedrigere Tempolimits. Tempo 80 auf Freilandstraßen, Tempo 120 auf Autobahnen und im Ortsgebiet erhöhen zahlreiche Begegnungszonen und Verkehrsberuhigung die Verkehrssicherheit“, erklärt VCÖ-Sprecher Christian Gratzer. Zudem gibt es beim Überschreiten von Tempolimits in der Schweiz keine Toleranzgrenze. Maßnahmen, die auch in Österreich viele Menschenleben retten würden.  

Schweiz

Die Schweiz profitiert zudem vom dichten Bahnnetz. Das Unfallrisiko im Auto ist um ein Vielfaches höher als mit der Bahn. „Ein dichteres Öffentliches Verkehrsnetz mit häufigeren Verbindungen bringt Österreich nicht nur seinen Klimazielen näher, sondern auch seinen Verkehrssicherheitszielen“, betont VCÖ-Sprecher Gratzer.

Österreich

Derzeit droht Österreich seine Verkehrssicherheitsziele weit zu verfehlen. Im kommenden Jahr soll die Zahl der Verkehrstoten um mindestens 50 Prozent niedriger sein als im Schnitt der Jahre 2008 bis 2010. Das bedeutet weniger als 312 Verkehrstote – und damit weniger als heuer in den ersten neun Monaten. „Das Verfehlen von Verkehrssicherheitszielen kostet Menschenleben. Umso wichtiger und dringender ist es,  wirksame Maßnahmen, die in den sicheren Staaten Europas bereits gang und gäbe sind, endlich auch in Österreich umzusetzen“, betont VCÖ-Sprecher Gratzer. Dazu gehört unter anderem die Aufnahme von Handy am Steuer ins Vormerksystem, betont der VCÖ.

Statistik

VCÖ: In Kärnten ist Zahl der Verkehrstoten heuer gesunken (Anzahl Verkehrstote in Kärnten in den ersten drei Quartalen)
  • 1.1. bis 30.9. 2019: 19 Verkehrstote  (vorläufige Daten)
  • 1.1. bis 30.9. 2018: 23 Verkehrstote  (endgültige Daten)
  • 1.1. bis 30.9. 2017: 21 Verkehrstote
  • 1.1. bis 30.9. 2016: 26 Verkehrstote
  • 1.1. bis 30.9. 2015: 32 Verkehrstote
  • 1.1. bis 30.9. 2014: 26 Verkehrstote Quelle: VCÖ 2019
 

Statistik

  VCÖ: In drei Bundesländern nahm Zahl der Verkehrstoten  heuer zu (Anzahl Verkehrstote 1.1. bis 30.9. 2019, in Klammer 1.1. bis 30.9. 2018)
  • Niederösterreich: 73 Verkehrstote (84 Verkehrstote)
  • Oberösterreich: 71 (66 Verkehrstote)
  • Steiermark: 57 (57 Verkehrstote)
  • Burgenland: 25 (8 Verkehrstote)
  • Salzburg: 25 (23)
  • Tirol: 25  (30)
  • Kärnten: 19 (23)
  • Vorarlberg: 11 (13)
  • Wien: 9 (13)Quelle: BMI, VCÖ 2019