Traurige Bilanz: Seit Jahresbeginn kamen 19 Menschen auf Kärntens Straßen ums Leben

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Kärnten -

Seit Jahresbeginn haben in Kärnten 19 Menschen bei Verkehrsunfällen ihr Leben verloren. Das geht aus einer aktuellen Bilanz der Mobilitätsorganisation VCÖ hervor. Besonders betroffen waren Motorradfahrende und Pkw-Insassen. Trotz des Rückgangs gegenüber dem Vorjahr fordert der VCÖ weitere Maßnahmen, um schwere Unfälle zu verhindern und die Verkehrssicherheit zu erhöhen.

Der VCÖ fordert weitere Maßnahmen, um schwere Unfälle zu verhindern

Motorradfahrende besonders betroffen

Die größte Opfergruppe waren in den ersten zehn Monaten des Jahres mit acht Todesfällen Motorradfahrende. Fünf Menschen starben als Insassen eines Pkw, drei weitere waren zu Fuß unterwegs. Insgesamt ist die Zahl der Verkehrstoten im Vergleich zum Vorjahr gesunken: 2025 kamen auf Kärntens Straßen 35 Menschen ums Leben, heuer waren es bis zum 29. Oktober 19. Damit könnte Kärnten laut VCÖ einen neuen Tiefstand seit Beginn der Unfallstatistik erreichen. Bisher wurde dieser 2022 mit 21 Verkehrstoten verzeichnet.

1.161 Todesopfer seit dem Jahr 2000

Wie tragisch die Entwicklung über einen längeren Zeitraum ist, zeigt ein Blick auf die vergangenen Jahrzehnte: Seit dem Jahr 2000 haben in Kärnten insgesamt 1.161 Menschen bei Verkehrsunfällen ihr Leben verloren. Das entspricht ungefähr der Einwohnerzahl der Gemeinde Gurk. „Verkehrsunfälle reißen Menschen plötzlich aus dem Leben“, betont VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk und weist auf das große Leid hin, das der plötzliche Verlust eines geliebten Menschen für Angehörige bedeutet.

Tempo und Kontrollen als wichtige Faktoren

Um die Zahl schwerer Unfälle weiter zu senken, sieht der VCÖ vor allem bei Geschwindigkeit, Aufmerksamkeit und Straßeninfrastruktur Handlungsbedarf. Niedrigere Tempolimits können sowohl Unfälle verhindern als auch deren Folgen abschwächen. Als Beispiel nennt die Mobilitätsorganisation Freilandstraßen: Bei Tempo 80 beträgt der Anhalteweg eines Pkw rund 51 Meter. Bei Tempo 100 sind es bereits 74 Meter. Nach 51 Metern ist ein Fahrzeug bei dieser Geschwindigkeit noch immer mit 66 km/h unterwegs. Der VCÖ spricht sich daher unter anderem für Tempo 80 auf geeigneten Freilandstraßen sowie verstärkte Geschwindigkeitskontrollen aus.

Sichere Wege für Fußgänger und Radfahrer

Auch im Ortsgebiet brauche es gezielte Maßnahmen. Besonders in Wohngebieten, rund um Schulen und in der Nähe von Senioreneinrichtungen könne Tempo 30 statt 50 die Sicherheit erhöhen. Ergänzend dazu seien Verkehrsberuhigung, ausreichend breite Gehwege und übersichtliche Schutzwege wichtig. Der VCÖ fordert außerdem, das Halte- und Parkverbot vor Zebrastreifen von derzeit fünf auf zehn Meter auszuweiten, damit Fußgänger besser sichtbar sind. Für den Radverkehr seien vor allem baulich getrennte Radwege und sichere Verbindungen zwischen Siedlungen und Ortsgebieten entscheidend.

Kärnten an vierter Stelle im Bundesländervergleich

Im Bundesländervergleich liegt Kärnten mit 19 Verkehrstoten derzeit an vierter Stelle jener Länder mit den wenigsten Todesopfern. Weniger waren es nur in Wien mit acht, Vorarlberg mit neun und im Burgenland mit zehn Todesfällen. Die höchste Zahl verzeichnet Niederösterreich mit 91 Verkehrstoten. Österreichweit kamen seit Jahresbeginn 304 Menschen im Straßenverkehr ums Leben.