Waldbrand Lesachtal und hohe Waldbrandgefahr in Kärnten und Osttirol – meteorologische Einordnung

Lesachtal/Kärnten -

Der Waldbrand im Lesachtal auf inzwischen rund 35 Hektar Fläche ist das sichtbarste Ereignis einer meteorologischen Ausnahmesituation, die sich seit Wochen in Kärnten und Osttirol aufbaut. Die Waldbrandgefahr ist aktuell flächendeckend hoch, in Teilen des östlichen Kärntens rund um Wolfsberg, St. Andrä und entlang der Koralpe sowie in einzelnen Hanglagen Osttirols liegt der ALPIXION-Waldbrandrisikoindex auf der höchsten Warnstufe.


Mittlere Warnstufe – großes Risiko: Brand zeigt brisante Lage

Bemerkenswert ist aus fachlicher Sicht: Das Lesachtal selbst liegt im ALPIXION-Index nur auf der mittleren Warnstufe. Dass dort ein Brand auf 35 Hektar entstehen konnte, unterstreicht, wie kritisch die Lage in jenen Regionen ist, die bereits auf den höheren Warnstufen liegen.

© Tauernwetter

Die meteorologischen Hintergründe:

Seit 1. Jänner 2026 fehlen in Kärnten und Osttirol im Durchschnitt 42 Prozent des üblichen Niederschlags gegenüber dem Klimamittel 1961 bis 1990. Auf der Villacher Alpe sind von üblicherweise 354 Millimetern nur 155 Millimeter gefallen (das entspricht einen Defizit von mehr als 55 Prozent!), in Weitensfeld im Gurktal 70 statt 150 Millimeter. Das erhoffte Italientief Mitte April brachte in der gesamten Region lediglich zwei bis acht Liter pro Quadratmeter, das Defizit ist seither weiter angewachsen. Parallel dazu liegen die Temperaturen seit Jahresbeginn rund 2,3 Grad über dem langjährigen Mittel, was die Verdunstung beschleunigt und die Austrocknung der Böden verstärkt.

Die Wetterprognose bis Montag zeigt keine Entspannung:

In weiten Teilen Kärntens werden weniger als zwei Millimeter Niederschlag erwartet, lediglich im oberen Gailtal und in Osttirol sind geringfügig höhere Mengen möglich. Am Samstag und Sonntag steigen die Temperaturen noch einmal auf bis zu 26 Grad im oberen Drautal, im Gurktal und im Lavanttal. Am Sonntag kommt zusätzlich lebhafter bis stürmischer Nordwestwind auf, eine aus Sicht der Waldbrandvorhersage besonders ungünstige Kombination, und das gerade in den östlichen Landesteilen, in denen der ALPIXION-Index bereits die höchste Warnstufe anzeigt.

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Tauernwetter hat auf die hohe Waldbrandgefahr bereits seit Anfang April mehrfach ausdrücklich hingewiesen, zuletzt in der Einschätzung vom 16. April.

Den vollständigen Artikel mit regionaler Differenzierung, ALPIXION-Waldbrandgefahrenkarte, Niederschlagsprognose bis Montag und meteorologischer Einordnung finden Sie unter: https://tauernwetter.at/news/waldbrand-lesachtal-hohe-waldbrandgefahr-april-2026.html

Der Artikel beinhaltet:

  • Regionale Differenzierung der Waldbrandgefahr in Kärnten und Osttirol
  • Meteorologische Einordnung der aktuellen Situation
  • Aktuelle Niederschlags- und Temperaturzahlen seit Jahresbeginn
  • Detaillierte Wetterprognose bis Montag
  • Erläuterung des ALPIXION-Waldbrandrisikoindex