Eine Straße als Zeitmaschine
„Geschichte und Geschichten an der Via Iulia Augusta” heißt Guggenbergers neues Werk, das im Juli 2026 im Verlag Hermagoras/Mohorjeva erschienen ist. Das zweisprachige Buch in Deutsch und Italienisch folgt der historischen Route von Aquileia über den Plöckenpass nach Aguntum und richtet den Blick auf jene Region, in der romanische und germanische Kultur unmittelbar aufeinandertreffen. Die antike Römerstraße Via Iulia Augusta führte einst von der Metropole Aquileia über den Plöckenpass nach Aguntum, die einzige Römerstadt Tirols. Dieses Lesebuch führt Geschichtsinteressierte auf eine Reise von der Adria in die Alpen – von den Anfängen der Besiedlung in der Frühgeschichte bis ins Spätmittelalter, der Zeit von Paolo Santonino.
Von Aquileia bis ins Gailtal
Im Zentrum stehen die gemeinsamen Wurzeln der Regionen Oberkärnten und Friaul. Historische Bauwerke, Naturdenkmäler und alte Wegverbindungen erzählen dabei jeweils ein Stück der gemeinsamen Geschichte. Ein besonderer Bezugspunkt ist das Patriarchat von Aquileia, das über Jahrhunderte hinweg die religiöse und kulturelle Entwicklung des Alpen-Adria-Raums prägte.
Namen erzählen Geschichte
Für zusätzliche historische Tiefenschärfe sorgt der Gastvortrag von Hubert Bergmann, Namenkundler und Lexikograph am Austrian Centre for Digital Humanities der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Unter dem Titel „Das Patriarchat von Aquileia und seine Heiligen – eine namenkundliche Spurensuche im Alpen-Adria-Raum” nimmt er die Zuhörer mit auf eine Reise durch Namen, ihre Ursprünge und jene Geschichten, die sich darin über Jahrhunderte erhalten haben.
Geschichte bekommt ihren eigenen Soundtrack
Ganz ohne Musik kommt dieser Abend selbstverständlich nicht aus. Für die musikalische Begleitung sorgt das italienische Ensemble DRAMSAM im Rahmen einer Kooperation mit dem Festival Nei Suoni dei Luoghi. Die Musik von Alessandra Cossi an der Synphonia, Marco Ferrari an der Percussion und Fabio Accurso an der Laute bildet bildet eine klangliche Brücke zwischen den historischen Erzählungen und dem Kulturraum, durch den die Via Iulia Augusta einst führte und der bis heute verbindet.
St. Daniel als historischer Schauplatz
Auch der Veranstaltungsort selbst könnte kaum besser gewählt sein. Die Pfarrkirche St. Daniel ist die Urpfarre des oberen Gailtales und des Lesachtales. Eine Inschrift datiert den Bau der Kirche auf das Jahr 1054, archäologische Grabungen lassen jedoch vermuten, dass bereits rund 250 Jahre zuvor eine erste Kirche als Eigenkirche des Patriarchen von Aquileia errichtet wurde. Die Geschichte des Ortes ist damit eng mit jener des Patriarchats verbunden. Nach der Zerstörung durch die Türken im Jahr 1478 wurde die Kirche wieder aufgebaut. Bis 1751 gehörte die Pfarre St. Daniel zum Patriarchat von Aquileia, anschließend kurz zum Erzbistum Görz und ab 1786 zum Bistum Gurk.









































