Hermagor startet in ein besonderes Jubiläumsjahr

Hermagor -

Mit einem feierlichen Auftakt beginnt am 9. Mai um 10 Uhr in der Ingeborg-Bachmann-Passage das Jubiläumsjahr zu Ehren der großen Dichterin. Der Verein Bachmann Junior Preis Hermagor lädt aus diesem Anlass gemeinsam mit der Stadtgemeinde Hermagor zu einer künstlerischen und verbalen Präsentation des Gedichts „Heimweg“.

Bgm. Leopold Astner, Dr. Heinz Bachmann, Irmgard Janschitz und Dir. Hans Rogi

Ingeborg Bachmann zählt zu den bedeutendsten Lyrikerinnen des 20. Jahrhunderts. Sie ist zeitweise zweisprachig aufgewachsen. Kindheit und Jugend verbrachte sie größtenteils im Elternhaus des Vaters, in Obervellach bei Hermagor, wo man Deutsch und Slowenisch sprach. Für Bachmann war diese Vielfalt, angereichert durch die unmittelbare Nähe zu Italien, von identitätsstiftender Bedeutung. Ihre Gedichte sind geprägt von existenziellen Fragen, der Suche nach Identität und der Auseinandersetzung mit Sprache, Erinnerung und Vergänglichkeit. Sie traf den Nerv der Zeit und war schon damals eine Fürsprecherin für feministische Literatur. Das Gedicht „Heimweg“ von Ingeborg Bachmann ist so ein Beispiel für ihre poetische Welt, in der Sehnsucht, Verlust und Hoffnung eng miteinander verwoben sind. Dazu kommt die Suche nach ihrer eigenen Identität. In diesem Text thematisiert Bachmann auf eine ganz besondere Art und Weise die Verbindung zwischen Mensch und Natur. Wie in vielen ihrer Werke, wagt sie damit den Versuch, eine kaum greifbare, im Umbruch befindliche Welt in Worte zu fassen. Bachmanns Lyrik fordert zum Nachdenken heraus und bleibt durch ihre emotionale Intensität zeitlos relevant.

Bildgestaltung Inge Lasser

Heimweg

Der Heimweg, von der Malerei Wieser gestaltet, wird eine Zeit lang, vor Ort, am Boden der Ingeborg Bachmann Passage zu lesen sein. Alma Petschacher und Jakob Waldner vom BORG Hermagor werden für eine akustische Darbietung des Gedichtes sorgen. Die Festrede wird die gebürtige Gailtalerin Mag. Dr. Doris Moser von der Alpen Adria Universität halten. Musikalische Umrahmung: Silksonic & friends. Als weitere Erinnerung wird am Gebäude der Raiffeisenbank Karnische Region eine Gedenktafel enthüllt. Im Anschluss daran laden Bgm. Leopold Astner und Vereinspräsidentin I. J. zum gemeinsamen Ausklang.

Die Bachmann-Kuppel vor dem Gailtal Museum

Bachmann-Kuppel als kulturelles Highlight

Ein weiterer Höhepunkt wird die Eröffnung der Bachmann Kuppel am 21. Mai im örtlichen Museum sein. Eine große Ehre für die Region. Bgm. Leopold Astner hat sich persönlich dafür eingesetzt, ihm gebührt ein großes Dankeschön, dass es gelungen ist, die derzeit in Görz stehende Bachmann Kuppel nach Hermagor zu holen. Vor allem aber ist es eine Hommage an die Namensgeberin und Reverenz an die Gailtaler Wurzeln der weltberühmten Dichterin. Die Freude, dass es im Jahr des 100. Geburtstags von Ingeborg Bachmann, mit maßgeblicher Unterstützung des Landes Kärnten und der Stadtgemeinde Hermagor–Presseger See, gelungen ist, die Kuppel vor dem Gailtal Museum/Schloss Möderndorf aufzustellen, ist groß. Nach der Eröffnungsveranstaltung mit einer Aufführung des viersprachigen Werks Slovalia – Eine Verkuppelung, einer Produktion des Carinthischen Sommers mit Tamara Štajner (Text, Lesung) und Anna Anderluh (Komposition, Gesang, Autoharp), sind weitere Termine geplant: www.gailtalmuseum.at

Ein Sommer im Zeichen Ingeborg Bachmanns

Das Jubiläumsjahr 2026 stellt nicht nur eine Würdigung der weltberühmten Schriftstellerin dar, sondern auch eine lebendige Auseinandersetzung mit ihrem Werk. Über den gesamten Sommer hinweg sind weitere Veranstaltungen geplant – als Hommage an eine Autorin, deren Worte bis heute nachwirken und bewegen.

9. Mai, 10 Uhr: Ingeborg Bachmann Passage in Hermagor
21. Mai, 18 Uhr: Eröffnung Ingeborg Bachmann Kuppel im Gailtalmuseum
19. Juni, 17 Uhr: „Vor Ort – GeDANKen“ am Dorfplatz in Obervellach
27. Juni, 11 Uhr: 4. Gailtaler-Literaturfrühstück „Darum bin ich stets nur eins“ mit Workshop für schreibinteressierte SchülerInnen