Kärnten baut Hospiz- und Palliativversorgung aus

Kärnten -

Die Kärntner Landesregierung befasst sich in ihrer kommenden Sitzung am Dienstag auf Antrag von Pflege-Landesrätin Beate Prettner mit einem weiteren Ausbau der Hospiz- und Palliativversorgung im Land. Im Mittelpunkt stehen dabei die Stärkung der mobilen Hospizbegleitung sowie der konsequente Strukturaufbau in Pflegeheimen und in der mobilen Pflege.

LR.in Prettner: Mehr mobile Hospiz-Teams, starke Strukturen in Pflegeheimen und der mobilen Pflege – Zuwachs bei mobiler Hospizbegleitung um ein Team – Schulungsmaßnahmen für Mitarbeitende der mobilen Pflege und der Pflegeheime werden fortgeführt – Budgetmittel von mehr als 1,5 Mio. Euro vorgesehen

Auch im Jahr 2026 werden dafür Mittel aus dem Hospiz- und Palliativfonds in Höhe von mehr als 1,5 Millionen Euro eingesetzt, um schwerkranken und sterbenden Menschen ein würdevolles Leben bis zuletzt zu ermöglichen – sowohl im eigenen Zuhause als auch in stationären Einrichtungen. „Unser Ziel ist klar: Wir wollen schwerkranke und sterbende Menschen dort bestmöglich begleiten, wo sie sich sicher fühlen – und gleichzeitig jene stärken, die diese Begleitung leisten“, betont Landesrätin Prettner.

Mehr mobile Hospizteams im Einsatz

Ein zentraler Schwerpunkt liegt auf der mobilen Hospizbegleitung, die in Kärnten von Caritas, Diakonie und Rotem Kreuz getragen wird. Die Teams bestehen aus ehrenamtlichen Hospizbegleiterinnen und -begleitern sowie hauptamtlichen Koordinationskräften. Sie begleiten Betroffene und deren Angehörige zu Hause, in Pflegeheimen oder im Krankenhaus und sind sowohl persönlich als auch telefonisch oder digital im Einsatz. Derzeit engagieren sich in Kärnten über 360 Ehrenamtliche in 27 Hospizteams für Erwachsene sowie einem spezialisierten Team für Kinder und Jugendliche. Im Jahr 2026 wurde die Struktur weiter ausgebaut: Die Zahl der Teams ist gestiegen, unter anderem hat die Diakonie ein eigenes spezialisiertes Team für Menschen mit Behinderung eingerichtet. Gleichzeitig wurde auch die hauptamtliche Koordination verstärkt.

Hospizkultur in der mobilen Pflege verankert

Parallel dazu wird die Hospiz- und Palliativkultur seit Jahren nachhaltig in der mobilen Pflege und Hauskrankenpflege verankert. Über das Projekt „HPC Mobil“ werden Mitarbeitende gezielt in Hospiz- und Palliativkultur geschult. Bislang haben bereits rund 540 Mitarbeitende in Kärnten diese Fortbildungen absolviert.

Hospizkultur in Pflegeheimen weiterentwickelt

Ein weiterer Schwerpunkt der Regierungsvorlage ist das Projekt Hospiz- und Palliative Care in Pflegeheimen (HPCPH). Ziel ist es, eine palliative Haltung und Hospizkultur dauerhaft in den Kärntner Alten- und Pflegeheimen zu verankern. Im Rahmen eines rund zweijährigen Organisationsentwicklungsprozesses werden Abläufe, Kommunikation, die Zusammenarbeit mit Ärztinnen und Ärzten sowie der Umgang mit Angehörigen weiterentwickelt. Bisher haben sich 20 Pflegeeinrichtungen an diesem Prozess beteiligt, zwölf davon haben ihn bereits erfolgreich abgeschlossen. Im Jahr 2026 starten vier weitere Häuser in die Umsetzung. Insgesamt wurden bereits über 900 Mitarbeitende in palliativer Geriatrie geschult.