Dr. Christina Hohenwarter stammt aus einer bekannten Gailtaler Lehrerfamilie: Sie ist die Tochter des ehemaligen BORG Hermagor Direktors Mag. Hans Hohenwarter und seiner Frau Maria, ebenfalls Lehrerin. Gemeinsam mit ihrem Bruder wuchs sie in Jenig auf und maturierte am BORG Hermagor. Schon in der 7. Klasse wusste sie, dass sie Ärztin werden wollte. Nach dem Medizinstudium in Wien (Abschluss 2000) folgte der Turnus im LKH Klagenfurt, begleitet von mehreren Zusatzqualifikationen – darunter das Notarztdiplom sowie Diplome für psychosoziale und psychosomatische Medizin und Ernährungsmedizin. Die Facharztausbildung Neurologie absolvierte sie an der Christian Doppler Klinik in Salzburg. Ihre ersten Schritte in der neurologischen Rehabilitation machte sie ab 2005 in der Gailtal Klinik, wohin sie 2011 als Oberärztin zurückkehrte. Seit 2022 leitet sie die Klinik als Primaria. Privat lebt sie in einer Lebensgemeinschaft und ist Mutter von Zwillingen – Dorian und Leyna. Was sie antreibt, fasst sie in einem Satz zusammen: In Österreich leben wir privilegiert – und genau daraus erwächst die Pflicht, etwas zurückzugeben und die eigenen Fähigkeiten in den Dienst anderer zu stellen.
Gailtal-Journal: Was ist Ihnen im täglichen Umgang mit Patient:innen wichtig?
Christina Hohenwarter: Ein herzliches, zugewandtes Auftreten ist entscheidend. Ein ehrliches Gespräch schafft Vertrauen – die Basis für gute Rehabilitation. Freude und Motivation helfen Patienten, therapeutische Anforderungen leichter umzusetzen.

Welche Entwicklungen prägen die neurologische Rehabilitation?
Demographischer Wandel, Fachkräftemangel, Digitalisierung und robotergestützte Neurorehabilitation sind zentrale Themen. Ziel bleibt es, die Pflegebedürftigkeit zu reduzieren, krankheitsbedingte Frühpensionierungen zu vermeiden sowie die bestmögliche Lebensqualität zu erreichen.
Welche Herausforderungen begegnen Ihnen häufig?
Die Schicksale der Patienten – das plötzliche „Herausgerissenwerden“ aus dem Alltag – fordern das Team immer wieder. Orientierungslosigkeit und Verzweiflung der Betroffenen sind häufige Begleiter. Interdisziplinäre Zusammenarbeit ist daher essenziell.
Welche Werte aus Ihrem Elternhaus begleiten Sie?
Fördern und Fordern haben mich geprägt. Bildung, Neugier und ein breites Interesse sind mir mitgegeben worden – und haben mich zu einem konsequenten Menschen gemacht, der Herausforderungen annimmt.

Was beschreibt Sie als Mensch außerhalb des Klinikalltags?
Als „working mum“ bin ich gefordert, Familie und Beruf zu vereinen. Laufen – besonders rund um den Pressegger See – ist ein wichtiger Ausgleich. Die Natur und das kulturelle Angebot Kärntens sind Kraftquellen für mich.









































