Gailtal Journal: Herr Standner, woran erinnern Sie sich besonders aus
Ihrer langen Karriere im Sicherheitsdienst?
Wofgang Standner: Ich bin 1982 in die Gendarmerie eingetreten und war unter anderem bei der Cobra sowie viele Jahre im Grenz- und Streifendienst in Nötsch, Thörl-Maglern und Arnoldstein tätig – und teils gefürchtet. Motorradstreife, Schwerverkehrskontrollen, Strahlenschutz oder auch als Prüforgan im KFG-Bereich – kein Tag war gleich. Für mich ging es auch nie nur um Vorschriften, sondern darum, Menschen in schwierigen Situationen zu helfen.
Sie sind seit Jahrzehnten in der Feuerwehr aktiv. Was bedeutet Ihnen diese Tätigkeit?
Ich sehe die Feuerwehr als zweite Lebensaufgabe, bin seit 1979 bei der FF Thörl-Maglern und seit 1991 – mit kurzer Unterbrechung – Kommandant. Besonders stolz bin ich auf die Gründung der Feuerwehrjugend. Die Feuerwehr ist für mich Verantwortung, Kameradschaft und ständige Weiterentwicklung.

Neben Ihren offiziellen Tätigkeiten sind Sie leidenschaftlicher Reiseleiter. Wie hat das begonnen?
Ich war ab meinem 21. Lebensjahr nebenbei Reisebusfahrer und habe für mehrere Unternehmen gearbeitet. Insgesamt für etwa 14 Busfirmen. Inzwischen wurde mir von BDW Wastian Reisen sogar ermöglicht, meinen eigenen 14-Meter-Volvo-Reisebus zu gestalten – heute ein Party- und Eventbus mit Soundanlage und Beleuchtung. Damit bin ich in ganz Europa unterwegs.
Gibt es eine Destination, die Ihnen besonders am Herzen liegt?
Ja, eindeutig Venedig. Diese Stadt hat für mich etwas Magisches. Sie ist das Gegenteil unserer Bergwelt – eng, lebendig, historisch, voller Atmosphäre. Ich biete dort auch spezielle Programme wie „Eine Nacht in Venedig“ oder Reisen auf den Spuren von Commissario Brunetti. Wichtig ist mir, dass die Menschen das echte Leben sehen – nicht nur die touristischen Wege.

Was unterscheidet Ihre Reisen von klassischen Angeboten?
Ich versuche, Erlebnisse zu schaffen – ob Rom mit Papstaudienz, Barcelona-Flugreise oder eine 16-Tages-Tour zum Nordkap – es geht immer darum, Eindrücke zu vermitteln, nicht nur Orte abzuhaken. Auch Jahreswechsel in Porec oder Reisen nach Marokko oder Ägypten gehören dazu. Meine Lebenspartnerin Lydia organisiert im Hintergrund alles perfekt – sie ist meine „Einsatzleiterin im Backoffice“. Die erwachsenen Kinder Gerold (ASFINAG-Mautaufsicht) und Yvonne (Zugbegleiterin) mit Enkel Patrick (Gleisbau) stehen mir bei meinen Reisen, aber auch Feuerwehr- oder Goldwing-Aktivitäten mit Engagement zur Seite.

Sie engagieren sich auch in der Feuerwehr und bei den Goldwing-Fahrern. Was verbindet diese Bereiche?
Es ist immer Gemeinschaft. Ich fahre seit 2005 Honda Goldwing, habe viele Jahre das Treffen am Faaker See mitorganisiert und bin seit 2025 Präsident des Goldwing Stammtischs Kärnten. Auch in der Feuerwehr oder im Gemeindeleben – ich war lange im Gemeinderat Arnoldstein – geht es immer um Menschen, Zusammenarbeit und Verantwortung.
Was bedeutet Reisen persönlich für Sie?
Ich bin kein klassischer Urlaubsmensch. Ich mag Bewegung, Organisation und Begegnungen. Tagesreisen, spontane Touren oder flexible Programme – das ist meins. Einen spontanen Tagesausflug nach Lignano mit Lydia, Meer und Kulinarik genieße ich sehr! Am schönsten ist es, wenn das Reiseerlebnis bereits beim Einsteigen beginnt und aus der Anreise ein gemeinsames Reiseerlebnis wird.
Schlussfrage: Was treibt Sie heute nach so vielen Stationen noch an – was motiviert Sie noch?
Ganz einfach: Die Freude der Menschen. Wenn jemand nach einer Reise sagt „Das habe ich so noch nie erlebt“, dann ist das für mich die größte Bestätigung. Und solange ich gesund bin, werde ich genau das weitermachen: Menschen bewegen – im doppelten Sinn.









































