Höchste alpine Qualifikation für Hermagorer Polizist

Hermagor -

Revierinspektor Marcel Bidner von der Polizeiinspektion Hermagor hat die mehrjährige und äußerst anspruchsvolle Ausbildung zum Polizeibergführer erfolgreich abgeschlossen. Mit der kommissionellen Prüfung Anfang Juli zählt der 29 Jährige nun zu den höchstqualifizierten Alpinpolizisten Österreichs. Seit 1. August verstärkt er zudem die Führung der Alpinen Einsatzgruppe Hermagor als stellvertretender Leiter.

Marcel Bidner – neuer Polizeibergführer und stellvertretender Leiter der Alpinen Einsatzgruppe Hermagor

Der Weg zum Polizeibergführer ist lang und zählt zu den fordernden Spezialausbildungen innerhalb der österreichischen Exekutive. Nach den Grundstufen Polizei Alpinist und Polizei Hochalpinist absolvierte Bidner zahlreiche Spezialkurse – Lawinenkunde, kombinierte Hochtouren, alpiner Fels, Sportklettern und Eisklettern. Dazu kamen regelmäßige Einsatzübungen im hochalpinen Gelände. „Man lernt, in jeder Situation ruhig zu bleiben und Entscheidungen zu treffen, die über Sicherheit und Risiko entscheiden. Diese Verantwortung prägt einen“, beschreibt er. Den Abschluss bildete Anfang Juli ein einwöchiger Lehrgang auf der Warnsdorfer Hütte in der Venedigergruppe. Die Überschreitung der 3.499 Meter hohen Dreiherrenspitze über den anspruchsvollen Ostgrat – rund 20 Kilometer, 2.300 Höhenmeter und Kletterpassagen bis zum fünften Schwierigkeitsgrad – verlangte den Teilnehmern über fast 14 Stunden höchste Konzentration. „Die Dreiherrenspitze war definitiv der härteste Tag der gesamten Ausbildung. Aber genau solche Momente zeigen, ob man bereit ist, Verantwortung im alpinen Einsatz zu übernehmen“, so Bidner. Mit dem erfolgreichen Abschluss gehört er nun zur höchsten alpinen Qualifikationsstufe innerhalb der Alpinpolizei und bringt seine Erfahrung künftig auch in Führungsaufgaben ein. „Ich freue mich darauf, mein Wissen weiterzugeben und die Einsatzgruppe gemeinsam mit Wolfgang Guggenberger zu führen.“

Am Großglockner, dem höchsten Berg Österreichs

Aufgaben der Alpinpolizei

Etwa zwei Drittel des österreichischen Staatsgebietes sind alpines Gelände – entsprechend vielfältig sind die Aufgaben der Alpinpolizei. Dazu zählen das Erheben von Unfällen im alpinen Raum samt Berichterstattung an Gerichte und Behörden, das Fahnden nach Verdächtigen oder Vermissten im Gebirge, das Retten und Helfen gemäß Sicherheitspolizeigesetz sowie das Ausbilden von Polizeipersonal für den Alpindienst. Die Alpinpolizei deckt dabei alle Bereiche des Bergsports ab – vom klassischen Bergsteigen über Trendsportarten bis hin zu Lawinen- und Skiunfällen.

Gemeinsam im Aufstieg – unterwegs als Seilschaft

Alpine Einsatzgruppe Hermagor

Die Alpine Einsatzgruppe Hermagor besteht aus neun Mitgliedern, darunter zwei Polizeibergführer. Zusätzlich versehen sieben Polizeialpinisten in den Wintermonaten ihren Dienst im organisierten Skiraum am Nassfeld. Geleitet wird die Einheit von Polizeibergführer, Gruppeninspektor Wolfgang Guggenberger, seit 1. August 2026 unterstützt durch seinen neuen Stellvertreter Marcel Bidner, der seine alpine Fachkompetenz nun auch in verantwortungsvoller Funktion einbringt.

Exponierte Passage auf einem schmalen Felsgrat

Polizei als Familienberuf

„Für mich war es immer ein Ziel, mich im alpinen Bereich weiterzuentwickeln. Die Ausbildung zum Polizeibergführer ist die Königsklasse – und ich bin stolz, dass ich sie erfolgreich abschließen konnte“, sagt Bidner. Er stammt aus einer echten Polizeifamilie: Sein Vater Burkhard und sein Bruder Sandro sind ebenfalls Polizisten. „Der Zusammenhalt in unserer Familie ist groß – und natürlich verbindet uns auch der Beruf“, erzählt er am Schluss des Gesprächs – ein beeindruckender Weg!