Archäologische Ausgrabungen in Kirchbach: Neue Funde bestätigen 300-jährige Siedlungsgeschichte der Römische Villa „Rustica“

Kirchbach -

Bei archäologischen Grabungen in Kirchbach wurden Anfang Juli 2026 erneut bedeutende Funde entdeckt. Unter der Leitung von Dr. Heimo Dolenz (Kärnten Museum) und Grabungsleiter Paul Payer kamen römische Münzen, Baustrukturen und Hinweise auf eine außergewöhnlich gut ausgestattete Villa „Rustica“ zum Vorschein. Die Arbeiten erfolgen im Rahmen des „Leader‑Projektes“ Region Hermagor und werden mit rund € 100.000,00 gefördert.

Grabungsleiter Paul Payer und Bürgermeister Markus Salcher bei der Präsentation der aktuellen Ausgrabungsergebnisse

Ein römisches Landgut mit Komfort – inklusive Fußbodenheizung

Bürgermeister Markus Salcher begrüßte das Archäologenteam und sprach seinen Dank aus: an die Pfarre Kirchbach, auf deren Grund die Arbeiten stattfinden, an Anrainer Josef Berger sowie an die Familie Stratznig vlg. Papst aus Treßdorf, die das Grundstück bewirtschaftet und gepachtet hat. Bereits 2013 entdeckte Dr. Thomas Zametter aus Reisach ein auffälliges Luftbild, später folgte eine Geo‑Radar‑Untersuchung. Erste Grabungen im Jahr 2023 bestätigten den Verdacht: In Kirchbach befand sich ein römisches Landgut, eine sogenannte Villa „Rustica“. Auch die aktuellen Arbeiten brachten spannende Ergebnisse. Unter anderem wurde eine Münze aus der Zeit von Kaiser Titus (1. Jahrhundert n. Chr.) gefunden – nahezu „prägefrisch“. Dies deutet darauf hin, dass sie möglicherweise ein Legionär verloren haben könnte, da Soldaten oft neue Münzen als Sold erhielten. Bemerkenswert ist auch, dass das Haupthaus (ca. 1. Jahrhundert n. Chr.) bereits über eine Fußbodenheizung verfügte.

Die archäologischen Grabungen in Kirchbach bringen erneut wertvolle Erkenntnisse über das Leben in der Römerzeit ans Licht.

Neue Entdeckung: Eine beheizte Apsis als Empfangsraum

Ein weiterer Höhepunkt der Grabung ist die freigelegte Apsis, ein halbkreisförmiger, überwölbter Raum aus dem 2. Jahrhundert n. Chr., der als repräsentativer Empfangsraum diente. Mit 70–80 m² war er außergewöhnlich groß und ebenfalls beheizt. Im Nebengebäude aus dem 4. Jahrhundert fanden sich Reste einer Schlauchheizung mit Heizkanälen. Neben Münzen aus dem 1. bis 4. Jahrhundert wurden Glasfensterfragmente und Tonstücke in Form von Hohlziegeln entdeckt. Die Nähe zur historischen „Hadnmauer“ zwischen Rattendorf und Jenig könnte auf eine einstige Schutzfunktion hinweisen. Insgesamt dürfte die römische Siedlung rund 300 Jahre bestanden haben. Großes Interesse zeigte die Bevölkerung bei der Besichtigung am Donnerstag, dem 2. Juli 2026. Aus konservatorischen Gründen wird die Grabung nach Abschluss wieder zugeschüttet.

Großes Interesse herrschte beim Besichtigungstag
Nach Abschluss der wissenschaftlichen Untersuchungen wird die Grabungsstätte wieder sorgfältig zugeschüttet
Die freigelegten römischen Münzen geben wertvolle Hinweise auf die lange Besiedlung der Villa „Rustica“ in Kirchbach

 

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