Unternehmensinsolvenzen steigen um 11,4 Prozent
Anders stellt sich die Entwicklung bei den Kärntner Unternehmen dar. In den ersten drei Quartalen 2026 wurden 322 Unternehmensinsolvenzen registriert – um 11,4 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Besonders auffällig ist dabei der hohe Anteil jener Verfahren, die mangels kostendeckenden Vermögens gar nicht eröffnet werden konnten. 142 Fälle beziehungsweise rund 44 Prozent aller Unternehmensinsolvenzen entfielen darauf. Während die Zahl der eröffneten Verfahren um 1,6 Prozent zurückging, stieg die Zahl der nichteröffneten Verfahren um 34 Prozent.
Welche Branchen sind besonders betroffen?
Als besonders insolvenzgefährdete Branchen nennt der KSV1870 weiterhin Beherbergung und Gastronomie, den Handel sowie die Bauwirtschaft. Zusammen entfällt auf diese drei Bereiche knapp 40 Prozent der Kärntner Unternehmensinsolvenzen. Als Gründe für die anhaltend angespannte Situation werden unter anderem die schwache Konjunktur, eine verhaltene Nachfrage und hohe Kosten genannt.
Verbindlichkeiten der Unternehmen deutlich niedriger
Trotz der höheren Zahl an Firmeninsolvenzen sind die vorläufigen Insolvenzverbindlichkeiten deutlich gesunken. Sie belaufen sich in den ersten drei Quartalen auf rund 146 Millionen Euro und damit um 43 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Der KSV1870 führt den Rückgang vor allem darauf zurück, dass es bislang nur einen Fall mit Passiva von mehr als zehn Millionen Euro gab. Die größte Kärntner Unternehmensinsolvenz des Jahres betrifft die Tomtegl Bergchalets GmbH mit angemeldeten Forderungen von 12,3 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr erwartet der KSV1870 derzeit rund 380 bis 400 Unternehmensinsolvenzen in Kärnten. Damit würde das Ergebnis über den 354 Firmenpleiten des Jahres 2025 liegen. Die Zahlen für die ersten drei Quartale sind Hochrechnungen; die ausgewiesenen Passiva sind vorläufig und können sich im weiteren Verlauf der Insolvenzverfahren noch verändern.









































