Insolvenzstatistik: Privatkonkurse leicht rückläufig, Firmenpleiten steigen weiter

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Kärnten/ Österreich -

In Kärnten ist die Zahl der Privatkonkurse in den ersten drei Quartalen 2026 leicht gesunken. Laut aktueller Hochrechnung des KSV1870 wurden bis zum 9. September 485 Schuldenregulierungsverfahren eröffnet. Das entspricht einem Rückgang von 1,0 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, als 490 Verfahren registriert wurden. Damit ist Kärnten das einzige Bundesland mit einem Rückgang. Österreichweit stieg die Zahl der Privatkonkurse im selben Zeitraum um 10,7 Prozent auf 7.390 Fälle.

Während die Zahl der Privatkonkurse in Kärnten leicht zurückgeht, geraten immer mehr Unternehmen unter Druck

Trotz des leichten Rückgangs bei den Fällen ist die finanzielle Belastung gestiegen. Die vorläufigen Passiva der Kärntner Schuldner belaufen sich auf rund 47 Millionen Euro und damit um 11,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Die durchschnittliche Verschuldung liegt damit bei rund 97.000 Euro pro Schuldner – etwa 8.000 Euro mehr als im Vergleichszeitraum 2025. Als Belastungsfaktoren nennt der KSV1870 unter anderem die weiterhin hohen Wohn- und Lebenshaltungskosten, die Inflation und die angespannte Lage am Arbeitsmarkt. Für das Gesamtjahr rechnet der KSV1870 mit rund 600 bis 650 eröffneten Schuldenregulierungsverfahren. Zum Vergleich: 2025 waren es 657.

Unternehmensinsolvenzen steigen um 11,4 Prozent

Anders stellt sich die Entwicklung bei den Kärntner Unternehmen dar. In den ersten drei Quartalen 2026 wurden 322 Unternehmensinsolvenzen registriert – um 11,4 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Besonders auffällig ist dabei der hohe Anteil jener Verfahren, die mangels kostendeckenden Vermögens gar nicht eröffnet werden konnten. 142 Fälle beziehungsweise rund 44 Prozent aller Unternehmensinsolvenzen entfielen darauf. Während die Zahl der eröffneten Verfahren um 1,6 Prozent zurückging, stieg die Zahl der nichteröffneten Verfahren um 34 Prozent.

Welche Branchen sind besonders betroffen?

Als besonders insolvenzgefährdete Branchen nennt der KSV1870 weiterhin Beherbergung und Gastronomie, den Handel sowie die Bauwirtschaft. Zusammen entfällt auf diese drei Bereiche knapp 40 Prozent der Kärntner Unternehmensinsolvenzen. Als Gründe für die anhaltend angespannte Situation werden unter anderem die schwache Konjunktur, eine verhaltene Nachfrage und hohe Kosten genannt.

Verbindlichkeiten der Unternehmen deutlich niedriger

Trotz der höheren Zahl an Firmeninsolvenzen sind die vorläufigen Insolvenzverbindlichkeiten deutlich gesunken. Sie belaufen sich in den ersten drei Quartalen auf rund 146 Millionen Euro und damit um 43 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Der KSV1870 führt den Rückgang vor allem darauf zurück, dass es bislang nur einen Fall mit Passiva von mehr als zehn Millionen Euro gab. Die größte Kärntner Unternehmensinsolvenz des Jahres betrifft die Tomtegl Bergchalets GmbH mit angemeldeten Forderungen von 12,3 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr erwartet der KSV1870 derzeit rund 380 bis 400 Unternehmensinsolvenzen in Kärnten. Damit würde das Ergebnis über den 354 Firmenpleiten des Jahres 2025 liegen. Die Zahlen für die ersten drei Quartale sind Hochrechnungen; die ausgewiesenen Passiva sind vorläufig und können sich im weiteren Verlauf der Insolvenzverfahren noch verändern.