Die Welt ist mein Zuhause

Gundersheim / Klagenfurt / Afrika -

Simone „Moni“ Tillian, die gebürtige Gundersheimerin, liebt es zu reisen und hat schon mehrere Länder besucht. Mit Afrika verbindet sie jedoch eine große Leidenschaft und sie plant einen längeren Aufenthalt dort. Derzeit wohnt sie in Klagenfurt, sieht jedoch die Welt als ihr Zuhause. Die Gailtalerin hat sich für soziale Arbeit entschieden.

In Afrika durfte die aufgeweckte Studentin die Massai Kultur kennenlernen

Von Ilse Jank

Nach ihrer Pflichtschule und anschließender Lehre kam sie in die Redaktion des Gailtal Journales, wo sie nach ihren Angaben eine sehr aufregende und lehrreiche Zeit verbrachte. „In den Jahren in der Redaktion durfte ich viel lernen, Erfahrungen sammeln und für die Zeit danach mitnehmen“, denkt sie gerne zurück. Schon während dieser Tätigkeit besuchte sie die Abendschule, holte die Matura nach und begann 2019 in Feldkirchen Soziale Arbeit zu studieren. „Denn danach steht mir die Welt offen“, ist sie überzeugt!

Das Gailtal wurde zu eng

Ihr Ziel ist es, in dieser Welt etwas zum Positiven zu verändern. Simone wollte schon immer nach Afrika, sie ist neugierig auf andere Kulturen, was ihre Entscheidung, dieses Studium zu wählen, sehr erleichtert hat. Und, weil es ihr die Möglichkeit bietet weltweit zu arbeiten. Schon vor Ausbruch der Corona Pandemie ergab sich die Gelegenheit, für zwei Wochen ein Flüchtlingslager der Swaharis in der Westsahara zu besuchen. Gemeinsam mit einigen ihrer Mitreisenden wurde aufgrund dieser Erfahrung der Verein „Westsahara Voice“ gegründet, der die Community unterstützt und für den sie nach wie vor aktiv ist.

Bei ihrem Praktikum bei KIWOHEDE besuchte sie Projekte, die Frauen stärken

Soziale Arbeit im globalen Süden

Im Rahmen der Ausbildung bestand jetzt zudem die Möglichkeit, ein Praktikum in Afrika zu absolvieren, was Simone nach Tansania brachte. Dort durfte sie ein „ganz anderes Leben“ kennenlernen. „Soziale Arbeit in Afrika orientiert sich nach den dortigen Bedürfnissen, durch meine Zeit dort konnte ich einen differenzierten Blick auf die Problematiken gewinnen“.

Von den Experten lernen

Kiwohede, eine etablierte Organisation, die viele Sozialarbeiter angestellt hat und seit über 20 Jahren besteht, war ihr „Arbeitgeber“. Dort nahm sie eher die Rolle der Beobachterin ein, denn die Leute vor Ort sind die Experten ihrer Lebenswelt. „Ich bin hingefahren, um von meinem afrikanischen Kollegen zu lernen“, sagt Simone. In Form von Projekten hat sie unter anderem Schulen besucht und Veranstaltungen zum Thema Menschenhandel und häusliche Gewalt beigewohnt, aber auch bei Informationsveranstaltungen für Frauen und Mädchen, die lernten mit bestimmten Situationen umzugehen und unabhängig zu werden. Die Landessprache ist Swahili, Simone verständigte sich über Englisch, hatte aber Möglichkeit in dieser kurzen Zeit die Sprache ein wenig zu lernen. Ihr Plan ist es, in den kommenden Monaten nach Afrika zurückzukehren, um dort mit einer Sozialarbeiterin eine Organisation speziell für beeinträchtigte Menschen aufzubauen, um sie dabei zu unterstützen, unabhängiger zu werden. „Wir wollen ihnen Materialien zur Verfügung stellen und zeigen, einfache Sachen herzustellen und diese zu verkaufen, um ein wenig Unabhängigkeit zu erreichen“, erklärt Simone.

Moni plant in Zukunft, sich vor allem für beeinträchtigte Menschen in Afrika einzusetzen

Wer helfen will, kann sich bei Simone Tillian melden:
Tel 0676 4758890 oder mail an: