LKH Villach stärkt Klimakompetenz im Gesundheitswesen

LKH Villach -

Das LKH Villach übernimmt im EU-Projekt chAnGE eine zentrale Rolle, um Pflegekräfte und Gesundheitsfachpersonal europaweit besser auf die Folgen des Klimawandels vorzubereiten. Ziel ist es, die Versorgungssicherheit insbesondere für ältere Menschen angesichts zunehmender Extremwetterereignisse zu stärken.

„Europas ältere Bevölkerung braucht besseren Schutz vor Extremwetter"

Neue Herausforderungen für die Gesundheitsversorgung

Der Februar 2026 war laut Angaben mit 1,49 °C über dem vorindustriellen Niveau der fünftwärmste Februar seit Beginn der Aufzeichnungen. Gleichzeitig kam es in Europa zu außergewöhnlichen Wetterereignissen: sogenannte „Atmospheric Rivers“ führten zu Rekordniederschlägen und großflächigen Überschwemmungen, insbesondere in Frankreich, Spanien und Portugal, aber auch in Österreich. Zudem erreichte das arktische Meereis die drittniedrigste Ausdehnung für einen Februar. Vor diesem Hintergrund stellt sich für den europäischen Gesundheits- und Sozialsektor zunehmend die Frage, ob man ausreichend auf die Auswirkungen von Extremwetter vorbereitet ist.

Ältere Menschen besonders gefährdet

Auch in Kärnten sind die Folgen des Klimawandels spürbar. Besonders ältere Menschen gelten als besonders gefährdet. „Studien zeigen, dass die steigende Zahl an Hitzetagen die Krankheitsanfälligkeit und Sterblichkeit älterer Menschen deutlich erhöht“, erklärt Dr. Wolfgang Deutz, Kaufmännischer Direktor des LKH Villach. In Österreich wurden in den vergangenen Jahren an mehr als 30 Tagen pro Jahr Temperaturen über 30 °C gemessen. Regionen mit hohem Anteil älterer Bevölkerung – darunter mehrere Bezirke Kärntens – zählten 2024 laut Hitzebelastungsindex zu den am stärksten betroffenen Gebieten. Gesundheitsbehörden weisen zudem darauf hin, dass Hitze, hohe Luftfeuchtigkeit und eingeschränkte Mobilität das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Atemwegserkrankungen und hitzebedingte Notfälle deutlich erhöhen.

EU-Projekt chAnGE stärkt Klimakompetenz im Gesundheitswesen

Im EU-geförderten Projekt chAnGE (Climate change and healthy AgeinG: co-creating E-learning for resilience and adaptation) arbeitet das LKH Villach als Partner mit. Das Projekt wird im Rahmen von Erasmus+ von der Europäischen Union kofinanziert und zielt darauf ab, Fachkräfte im Gesundheits- und Sozialwesen besser auf Klimarisiken vorzubereiten. Das Projekt startete am 1. Oktober 2023, läuft über drei Jahre und verfügt über ein Budget von 1,5 Millionen Euro. Beteiligt ist ein internationales Konsortium aus Österreich, Finnland, Griechenland, Irland und Portugal sowie mehrere assoziierte Partner.

15 neue Lernmodule für mehr Resilienz im Pflegealltag

Im Rahmen des Projekts wurden gemeinsam mit Fachkräften aus dem Gesundheits- und Sozialwesen insgesamt 15 kostenlose E-Learning-Kurse (Micro-Credentials) entwickelt, die am Europäischen Qualifikationsrahmen (EQR) ausgerichtet sind. Aktuell befindet sich das Projekt in der finalen Pilotphase. Die entwickelten Lernmodule werden evaluiert, dazu werden unter anderem Teilnehmende, Entwickler, Support-Teams sowie Führungskräfte befragt. Das bisherige Feedback fällt laut Projektangaben sehr positiv aus: Besonders hervorgehoben werden die Praxisnähe, Flexibilität und Anwendbarkeit im Pflegealltag.