Wespen sind nicht gleich Wespen
Wespen gehören zu den Hautflüglern und werden in drei große Gruppen eingeteilt: Pflanzenwespen, Legimmen und Stechimmen. Ihre Lebensräume unterscheiden sich teilweise deutlich. Während viele Pflanzenwespen und Legimmen eher in feuchteren Lebensräumen vorkommen, bevorzugen zahlreiche Stechimmen warme und trockene Gebiete. Die natürlichen Lebensräume verändern sich jedoch. Baumhöhlen und Totholz, die vielen Arten als Lebensraum dienen, werden zunehmend seltener. Manche Wespenarten weichen deshalb auf vom Menschen geschaffene Strukturen aus. Dazu zählen etwa Jalousiekästen, Dachböden, Gartenhäuschen oder Schuppen.

Staat oder Einzelgänger
Wespen sind in der Regel von Ende April bis Oktober aktiv. Dabei unterscheiden sich die Arten auch in ihrer Lebensweise grundlegend. Soziale Wespenarten leben in Staaten. Eine Königin und zahlreiche Arbeiterinnen bewohnen ein gemeinsames Nest und kümmern sich gemeinsam um die Brut. Zu ihnen zählen etwa die Gemeine Wespe, die Deutsche Wespe und die Sächsische Wespe. Den Winter überleben bei diesen Arten ausschließlich die begatteten Jungköniginnen. Bei erwachsenen sozialen Wespen stehen unter anderem zuckerhaltige Nahrung und damit Süßes auf dem Speiseplan. Für die Versorgung der Larven erbeuten die Tiere hingegen auch tierische Nahrung. Die meisten Wespenarten leben allerdings solitär. Sie bilden also keine Staaten. Jedes Weibchen legt eigene Brutzellen an beziehungsweise nutzt vorhandene Strukturen und versorgt seine Nachkommen selbst.
Hornissen bauen große Nester
Auch die heimische Hornisse gehört zu den Stechimmen und ist eine bemerkenswerte Baumeisterin. Sie errichtet große kugel- oder birnenförmige Nester aus bräunlichem, papierartigem Material. Die Oberfläche weist eine grobe, muschelartig geschichtete Struktur auf. Die Nester besitzen ein großes Einflugloch an der Unterseite und können etwa die Größe eines Fußballs erreichen. Häufig befinden sie sich gut geschützt in Baumhöhlen, Schuppen oder auf Dachböden.

Tiefbau statt Papiernester
Die Frühlings-Wegwespe verfolgt wiederum eine ganz andere Strategie. Die solitär lebende Art baut kein auffälliges Papiernester, sondern legt ihre Bruthöhle unter der Erde an. In sandigen, offenen Böden gräbt das Weibchen einen bis zu zehn Zentimeter langen Gang. Dieser führt zu einer kleinen Endkammer. Dort bringt das Weibchen eine gelähmte Spinne ein und legt darauf ihre Eier ab. Die Spinne dient anschließend als Nahrung für den Nachwuchs.
Gallwespe baut ihr Zuhause in einer Pflanzenwucherung
Auch die Gemeine Eichengallwespe gehört zu den Legimmen und verfolgt eine besondere Strategie. Das Weibchen legt beim Einstich ein Ei in ein Blatt. Die daraus entstehenden Larven geben Stoffe ab, die eine Wucherung im Blattgewebe auslösen. Diese sogenannte Galle erfüllt gleich mehrere Funktionen: Sie dient den Larven als Nahrung und bietet ihnen gleichzeitig Schutz. In diesem geschützten Lebensraum können sie sich entwickeln, verpuppen und schließlich als fertige Wespen ausfliegen.









































