Ins richtige Licht gerückt

Zeugnisse der verlassenen Zeit

Hermagor / Klagenfurt - Barbara Essl (50) stammt aus Hermagor und ist eine ehemalige Journalistin sowie Fernsehmoderatorin. Sie arbeitet heute als Fotokünstlerin und veranstaltet einmal pro Jahr in ihrem Atelier in Klagenfurt eine Gemeinschaftsausstellung mit anderen Künstlern. Im Juli ist sie auch in Hermagor zu Gast und ihr Schwerpunkt liegt seit mehreren Jahren in der Betrachtung von in Vergessenheit geratenen Orten sowie Kunstserien aus Blumen- und Pflanzenkompositionen.

Barbara Essl ist nicht nur eine ausgezeichnete Fotografin, sondern auch eine Künstlerin
Essl ist die jüngste Tochter vom bekannten (und leider bereits verstorbenen) Horst Essl sowie Hannelore Essl und stammt aus der bekannten „Essl-Dynastie“. Nach ihrem Studium an der Donau Universität Krems war sie von 1997 bis 2003 Radio- und TV-Journalistin, damit einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. Bereits vor rund fünfzehn Jahren machte sie eine Fotografenausbildung und arbeitete als Hotelfotografin in Italien. Weitere Stationen in ihrem Leben waren Paris, Bozen, Rom oder Mailand und 2009 kehrte sie nach Österreich zum Fernsehen zurück, als Programmentwicklerin und Kulturredakteurin bei Servus TV. „Mit der Sendung LiteraTOUR, welche ich gemeinsam mit dem Klagenfurter Filmproduzenten Heribert Senagacnik gestaltete, besuchten wir Schriftsteller im In- und Ausland“, sagt Essl und sie tourten gemeinsam durch die Kulturhauptstädte Europas. Für diese Sendereihe wurden sie 2010 mit dem österreichischen Fernsehpreis für Erwachsenenbildung ausgezeichnet.
Der Dachboden im Rathaus der Stadt Graz gibt viel Phantastisches her
Ein besonderes Motiv – der ehemalige Sitz der Hafenbehörde in Triest (Italien)
Das Stadtbad in Leipzig (Deutschland) ist ebenfalls ein altes „Relikt“

Fotokünstlerin

Ab 2012 begann sie dann mit ihrer Ausstellungstätigkeit als Fotokünstlerin und dies weltweit. Seit 2015 veranstaltet sie einmal pro Jahr in ihrem Atelier in der Hoffmanngasse 9 in Klagenfurt eine Ausstellung mit anderen Künstlern. „Heuer war der Sportfotograf Michael Riedler zu Gast und sein bemerkenswertes Portfolio ist noch bis Ende September zu sehen“, sagt die angesehene Fotografin (bitte Voranmeldungen unter photoart.essl@gmail.com). Barbara Essl ist aber nicht nur eine begnadete Lichtbildnerin, sondern auch eine ausgezeichnete Künstlerin. „Ich experimentiere gerne mit Materialien und habe so einige Fotodrucke mit anderen Dingen überlagert oder mit Chemikalien abgetragen“, wird festgestellt. Ein thematischer Schwerpunkt liegt seit mehreren Jahren in der Betrachtung der in Vergessenheit geratenen Orte, Figuren und Objekte. Sie fotografiert hauptsächlich verlassene Natur und Architektur – Industrieanlagen, Häfen, Paläste, historische Schwimmbäder, Weinkeller und vieles andere mehr. „Zeugnis der verlassenen Zeit“, so nennt sich dieser Zyklus und diese Plätze wurden von Menschen sowie deren Geschichten einst „bevölkert“ und befinden sich nun in einem Prozess der „Reinigung“ vom menschlichen Einfluss.
Ein Selbstportrait von Essl

Sommerausstellung Hermagor

Am Samstag, dem 20. Juli 2019 ist Barbara Essl zu Gast bei der Sommerausstellung von Markus Wagenhofer im Antonius-Hof in Hermagor, einer ganz besonderen Location. Wagenhofer wird seine neuesten Werke aus den Serien Flächen-Linien-Dynamik sowie Faces präsentieren. „Ich werde in Hermagor Bilder aus der Serie Zyklus der Heilung sowie meine verlassenen Orte zeigen“, sagt Essl und freut sich schon auf regen Besuch in ihrer Heimatstadt.