Kritik an fehlender eindeutiger Zuordnung
Nach Angaben des Vereins konnten Behörden in mehreren Fällen nicht nachvollziehbar belegen, dass tatsächlich jene Wölfe entnommen wurden, die zuvor als Risiko- oder Schadwölfe eingestuft worden waren. Grundlage der Kritik sind schriftliche Behördenantworten, die dem Verein vorliegen. „Wer von einem erfolgreichen Wolfsmanagement spricht, muss auch belegen können, welcher Wolf welchen Schaden verursacht hat und warum genau dieses Tier getötet wurde. Genau diese Nachweise fehlen vielfach“, sagt Gerald Friedl, Obmann des Vereins „Wölfe in Österreich“. Laut der Auswertung seien Entnahmen teilweise ausschließlich auf Basis räumlicher und zeitlicher Kriterien erfolgt. Eine eindeutige genetische Zuordnung oder individuelle Identifizierung der betroffenen Tiere sei dabei nicht in allen Fällen nachvollziehbar dokumentiert.
Debatte um Risikowölfe und Vergrämung
Kritisch sieht der Verein auch die in Kärnten geltenden Regelungen zu sogenannten Risikowölfen. Bereits Annäherungen im Umkreis von 200 Metern sowie dokumentierte Vergrämungsmaßnahmen können demnach eine Entnahme ermöglichen – auch ohne aggressives Verhalten gegenüber Menschen. Auch der Begriff „Vergrämung“ sei aus Sicht des Vereins missverständlich. In der Praxis handle es sich häufig um kurzfristige Vertreibungsmaßnahmen wie Rufe, Hupen oder Schreckschüsse, ohne dass eine nachhaltige Verhaltensänderung wissenschaftlich nachgewiesen sei.
Forderung nach mehr Transparenz
Zudem kritisiert der Verein, dass sinkende Risszahlen regelmäßig als Erfolg der Abschusspolitik dargestellt würden. Ein kausaler Zusammenhang sei daraus jedoch nicht ableitbar. „Weniger gemeldete Risse beweisen nicht, dass Abschüsse wirken. Nachhaltigen Schutz erreicht man durch funktionierenden Herdenschutz, transparente Daten und wissenschaftlich nachvollziehbare Entscheidungen – nicht durch politische Erfolgsmeldungen“, so Friedl weiter.








































