Stellung wird digitaler: Bundesheer setzt auf neue Online-Plattform

Kärnten -

Reform im Bundesheer: Mit 1. Juni 2026 ist in Kärnten erstmals das neue Projekt „Digitalisierung im Wehrdienst“ gestartet. Über die Plattform bundesheeronline können junge Kärntner bereits vor ihrem Stellungstermin freiwillig Dokumente, persönliche Interessen sowie medizinische Befunde hochladen.

Junge Männer können ihre Daten und Dokumente künftig bereits vor dem Stellungstermin digital über eine neue Online-Plattform des Bundesheeres übermitteln

Digitalisierung im Bundesheer

Am Donnerstag, dem 2. Juli 2026, stellte Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) in Klagenfurt erstmals das neue Vorzeigeprojekt vor. Im Rahmen der Reform ist es jungen Männern ab sofort möglich, bereits vor dem eigentlichen Stellungsverfahren, das rund eineinhalb Tage medizinische und psychologische Untersuchungen umfasst, freiwillig medizinische Befunde sowie persönliche Daten und Dokumente digital zu übermitteln. Laut Tanner soll damit insbesondere der Wunsch der jungen Menschen nach eine zeitgemäße, geräteunabhängige Nutzung über digitale Endgeräte wie Smartphones ermöglicht werden. Ziel sei es, den Grundwehrdienst moderner darzustellen und ihn an die Lebensrealität der heutigen Generation anzupassen.

Pilotprojekt startet in Kärnten

Seit dem 1. Juni läuft das Digitalisierungsprojekt im Wehrdienst in Kärnten. Digitalisierungs-Staatssekretär Alexander Pröll (ÖVP) bezeichnete die dortige Stellungskommission als Vorreiter und kündigte eine schrittweise Ausweitung auf alle weiteren Stellungskommissionen in den kommenden Monaten an. Er geht davon aus, dass das digitale Angebot zunehmend von den Stellungspflichtigen angenommen wird. Bisher haben rund 2.200 junge Männer die Plattform genutzt. Künftig sollen darüber hinaus auch Wunschtermine und bevorzugte Einberufungsorte angegeben werden können. Besonders im Hinblick auf sensible medizinische Daten wird betont, dass der Datenschutz umfassend gewährleistet bleibt.

Digitale Erfassung von Interessen und Einberufungsterminen

Nach der Registrierung mittels ID-Austria-Signatur erhalten Stellungspflichtige alle relevanten Informationen und Unterlagen digital auf ihr Smartphone, darunter auch etwaige Gutscheine. Über ein sogenanntes Talentetool können zudem persönliche Interessen und Kenntnisse angegeben werden, um den künftigen Einsatz im Bundesheer besser auf individuelle Fähigkeiten abzustimmen und die Zeit im Dienst sinnvoll zu gestalten, wie Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) betonte.