Monatsbilanz: Vom kühlen Start in einen hochsommerlichen Juni

Kärnten -

Der Juni 2026 hat in Kärnten und Osttirol einen markanten Wetterumschwung gezeigt: Nach einem zunächst kühlen und teils nassen Start entwickelte sich ab der Monatsmitte eine ausgeprägte Hitzewelle, die den Monat deutlich zu warm ausfallen ließ. Während die erste Junihälfte noch im Bereich des klimatologischen Mittels lag, sorgten hochsommerliche Temperaturen ab dem 18. Juni für eine massive positive Abweichung in der Monatsbilanz, wie Tauernwetter resümiert.

Der Juni 2026 war in Kärnten und Osttirol ein Monat der Gegensätze

Zwei sehr unterschiedliche Monatshälften

In den ersten 17 Tagen lag die Durchschnittstemperatur im Flächenmittel bei rund 15,5 Grad und damit etwa im Bereich des langjährigen Mittels. Ab dem 18. Juni kam es jedoch zu einem markanten Temperaturanstieg. In der zweiten Monatshälfte wurde ein Durchschnitt von rund 22,5 Grad erreicht. Diese intensive Wärmephase reichte aus, um den gesamten Juni deutlich ins Plus zu verschieben. Im Vergleich zum Klimamittel 1991–2020 ergab sich eine Abweichung von +2,5 Grad. Gegenüber dem älteren Referenzzeitraum 1961–1990 lag das Plus sogar bei +4,4 Grad, was die langfristige Erwärmung zusätzlich unterstreicht.

Hitzewelle mit zahlreichen Rekorden

Die Hitzewelle erreichte ihren Höhepunkt am 28. und 29. Juni. In mehreren Regionen wurden außergewöhnlich hohe Temperaturen gemessen. Den Spitzenwert verzeichnete Ferlach mit 36,6 Grad, dicht gefolgt von St. Andrä im Lavanttal mit 36,5 Grad und Lienz mit 35,7 Grad. In vielen Beckenlagen kam es zu einer Serie von Hitzetagen. In Orten wie Bad Eisenkappel, Pörtschach, Dellach im Drautal, Ferlach und Feldkirchen wurden jeweils 13 Tage mit mindestens 30 Grad registriert – fast ausschließlich in der zweiten Monatshälfte. Auch höher gelegene Täler blieben nicht verschont. In Virgen auf rund 1.200 Metern Seehöhe stieg die Temperatur am 28. Juni noch auf 32,6 Grad.

Temperaturabweichung im Juni 2026 in Kärnten und Osttirol gegenüber dem Klimamittel 1991 bis 2020. Im Flächenmittel lag der Monat 2,5 Grad über dem Durchschnitt (c) tauernwetter.at

Tropennächte nehmen zu

Neben der Tageshitze sorgten auch die Nächte für Belastung. Als Tropennacht gilt eine Nacht, in der die Temperatur nicht unter 20 Grad sinkt. Diese traten vor allem in den wärmsten Beckenlagen auf. In der Klagenfurter Innenstadt (Station Lastenstraße) wurden fünf Tropennächte registriert, mit einer Höchsttemperatur von 21,7 Grad. Weitere Tropennächte gab es unter anderem in Pörtschach, Villach, am Flughafen Klagenfurt sowie in St. Veit an der Glan. Noch vor rund 15 Jahren waren solche Nächte in Kärnten deutlich seltener.

Extremwerte im Überblick

Höchste Temperaturen:

  • Ferlach: 36,6 °C (29. Juni)
  • St. Andrä im Lavanttal: 36,5 °C (28. Juni)
  • Lienz: 35,7 °C (28. Juni)
  • Pörtschach: 35,6 °C (29. Juni)
  • Feldkirchen: 35,5 °C (29. Juni)

Kälteste Messwerte:

  • St. Jakob im Defereggental: 0,9 °C (11. Juni)
  • Loiblpass: 3,3 °C (11. Juni)
  • Großkirchheim: 3,6 °C (11. Juni)
  • Kals am Großglockner: 3,6 °C (4. Juni)
  • Preitenegg: 3,8 °C (11. Juni)

Meiste Hitzetage (≥30 °C):

  • Bad Eisenkappel, Pörtschach, Dellach im Drautal, Ferlach, Feldkirchen und Lienz: jeweils 13 Hitzetage (in Serie)

Niederschlagsreichste Orte:

  • Villacher Alpe: 246 l/m²
  • Villach Stadt: 218 l/m²
  • Bad Bleiberg: 212 l/m²