Wenn Freundschaft zu Honig wird:

Drei Gailtaler starten als Jungimker

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Was haben ein Lokführer, ein Klärwärter und ein KFZ Mechaniker gemeinsam? Richtig: Sie alle interessieren sich für die Bienenzucht.

Patrick, Florian und Dominik imkern mit der sanftmütigen Carnica Biene

Aus einer Blödelei bei einem Stammtischgespräch wurde plötzlich Ernst: Die drei lang befreundeten jungen Männer begannen im Internet nach Kursangeboten zur Bienenhaltung zu suchen. „Niemand von uns hatte einen Bezug zur Imkerei, wir hatten keine Ahnung, worauf wir uns da einlassen würden“, berichten Florian Gitschtaler aus Khünburg, Dominik Warmuth aus Paßriach und Patrick Rauscher aus Förolach.

Lernen von den Profis

Idealerweise werden Anfängerkurse von Arno Kronhofer selbst, dem Obmann des Bienenzuchtvereins Hermagor abgehalten. Über ein gesamtes Jahr hinweg erlernen die Kursteilnehmer praktisch, beim Arbeiten an den Völkern, das Handwerk der Imkerei. Wanderlehrerin Erika Strieder unterrichtet gemeinsam mit Kronhofer die 27 Jungimker:innen aus ganz Kärnten.

Erste Erfolge mit den eigenen Völkern

Mittlerweile haben die drei Jungimker jeweils ein eigenes Bienenvolk. Sie entwickeln sich unterschiedlich, je nach Standort. Das Volk von Dominik scheint den besten Platz zu haben: Schattseitig am Presseggersee, im Schutz einer Fichte. Drei Zargen sind voll besetzt. Wenn es so weiter geht, ist mit einem Ertrag von ca. 30 Kilogramm zu rechnen. „Das habe ich überhaupt nicht erwartet, aber es freut mich natürlich sehr, dass sich die fleißigen Damen bei mir so wohl fühlen“, sagt Dominik.

„Das Honigjahr 2026 ist bis jetzt unerwartet gut. Unerwartet daher, weil das letzte Honigjahr sehr mager war und die Erwartungen für heuer gedämpft. Jetzt schaut’s aber nach einem wirklich guten Jahr aus. Vor allem unser Waldhonig dürfte, was den Geschmack betrifft, einer der besten Jahrgänge überhaupt werden und auch mengenmäßig schaut’s heuer sehr gut aus.“ Josef Grazer Obmann des Bienenzuchtvereins Gitschtal.

Gemeinsam lernen und Erfahrungen austauschen

Nach der Arbeit treffen sich die drei Männer nun immer wieder, um über die Entwicklungen an den Bienenvölkern zu diskutieren. „Wenn wir eine Thematik ausreichend erörtert haben und trotzdem nicht mehr weiterwissen, steht ein Anruf bei Kronhofer an. Arnos YouTube Videos sind übrigens auch eine richtig gute Hilfestellung für Anfänger“.

Imkern als Familienprojekt

Alle drei Männer sind Jungväter und erarbeiten ihr Wissen quasi auch mit den Kindern. Im Freundeskreis und im Ort wird nun oftmals über Imkerei gesprochen und so lernt irgendwie eine undefinierte Gruppe gemeinsam. „Im Laufe der Zeit sieht man neue Dinge wie z.B. die Lecanien, die für die Waldtracht im Frühjahr verantwortlich sind. Die sind mir vorher noch nie aufgefallen. Man schenkt dem Wetter wieder mehr Aufmerksamkeit oder beginnt zu beobachten, wann welche Blüte stattfindet.“

Unser Wissen wächst: gut geschützt werden auch die Kinder miteingebunden

Wichtiger Nachwuchs für den Verein

Gold wert ist der Zuwachs auch für den Verein Görtschach‑Förolach, der in den letzten Jahren wenig Nachwuchs hatte. Obfrau Andrea Jank freut sich daher besonders über die neuen Jungimker. Beim Honigfest, das vom 14. bis zum 16. August stattfinden wird, werden Dominik, Patrick und Florian selbst zu fleißigen Bienen werden und kräftig mitanpacken.