VCÖ – neue Analyse

Wien/Kärnten - Die Schere zwischen Stadt und Land geht in Kärnten bei der Autodichte immer weiter auseinander, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt.

Seit dem Jahr 2010 ist die Einwohnerzahl von Kärnten um rund 4.300 gestiegen, die Zahl der Autos hat mit 35.400 rund achtmal so stark, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria zeigt
Pro 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner gibt es in Villach die niedrigste Anzahl an Autos, im Bezirk Völkermarkt die höchste. Der VCÖ spricht sich für mehr öffentliche Verkehrsverbindungen in den Regionen aus. Auch Gemeindebusse, E-Carsharing sowie mehr Rad- und Gehwege helfen, die Abhängigkeit vom Auto zu reduzieren.

Bezirksvergleiche

Im Bezirk Villach Land ist die Zahl der Autos mit rund 4.450 rund 26 Mal so stark gestiegen wie die Einwohnerzahl (170). Im Bezirk Völkermarkt nahm die Einwohnerzahl um rund 540 ab, die Zahl der Autos aber um 2.600 zu und im Bezirk Wolfsberg ist die Zahl der Einwohner um 1.550 gesunken und die Zahl der Autos aber um rund 2.900 gestiegen. Im Verhältnis zur Einwohnerzahl hat der Bezirk Völkermarkt die höchste Anzahl an Pkw, nämlich 681 pro 1.000 Einwohner. Im Jahr 2010 waren es nur 611. Es folgen die Bezirke Wolfsberg (677) und Klagenfurt Land (675). Nur in Villach gibt es mit 593 weniger als 600 Autos pro 1.000 Einwohner. Auch in Klagenfurt gibt es mit 617 Autos pro 1.000 Personen weniger als im Landesschnitt. Noch Anfang der 90er Jahre gab es in den Städten eine höhere Autodichte als am Land. In Klagenfurt kamen damals auf 1.000 Personen 433 Pkw, außerhalb von Klagenfurt waren es nur 385.

Mangelerscheinungen

„Während früher viele Autos ein Zeichen von Wohlstand waren, ist heute ein hoher Motorisierungsgrad meist ein Indiz für Mangel. Mangel an öffentlichen Verkehrsverbindungen, Mangel an Nahversorgung, Mangel an Arbeitsplätzen“, stellt VCÖ-Experte Markus Gansterer fest. Der VCÖ betont, dass Zersiedelung die Autoabhängigkeit erhöht. Stattdessen sollten die Ortskerne und die Nahversorgung gestärkt werden. Zudem ist wichtig, in den Regionen das Angebot an öffentlichen Verkehrsverbindungen weiter auszubauen. Für die Mobilitätssicherung der Bevölkerung sind auch Gemeindebusse und Anrufsammeltaxis sehr wichtig.

Elektro-Fahrräder

Zudem ist auch in den Regionen der Anteil der kurzen Autofahrten hoch. Mit dem Ausbau der Radwege wird es mehr Bürgerinnen und Bürgern möglich, statt dem Auto das Fahrrad zu verwenden. „Gerade die immer beliebter werdenden Elektro-Fahrräder sind für ein Bundesland wie Kärnten ideal. Einerseits vergrößert der E-Motor beim Fahrrad die Reichweite, zum anderen ermöglicht er es, auch Steigungen ohne Anstrengung zu bewältigen. Voraussetzung für die verstärkte Nutzung der Fahrräder und E-Bikes ist eine gute Infrastruktur“, betont VCÖ-Experte Gansterer. Auch für die Erreichung der Klimaschutzziele ist die Verringerung der Autoabhängigkeit in den Regionen zentral. Die Emissionen des Verkehrs sind in Österreich im Vorjahr anstatt zu sinken zum vierten Mal in Folge gestiegen. Verstärkte Unterstützung der Bundesländer, Städte und Gemeinden durch den Bund ist wichtig, um das klimafreundliche Mobilitätsangebot im nötigen Umfang ausbauen zu können. „Fachleute weisen darauf hin, dass Österreich das Verfehlen der Klimaziele mehrere Milliarden Euro kosten wird. Geld, das im Interesse der Bevölkerung besser in den Ausbau des Öffentlichen Verkehr und der Radinfrastruktur investiert werden sollte“, stellt VCÖ-Experte Gansterer fest. Rückfragen: VCÖ-Kommunikation,  Christian Gratzer, (01) 8932697, (0699)18932695